Wenn man sich bei Tisch die Tabletten bereitlegt, die zu den Mahlzeiten eingenommen werden sollen.
Jürgen Fenn
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Wenn man abends darüber nachdenkt, dass man die Tablette am Morgen vergessen hat.
Heute morgen oder gestern?
Schon zwei Tage, aber ich lebe noch.
Wie soll das enden? Am Ende betreuen und pflegen wir uns alle gegenseitig?
Ich habe in dieser Woche, nach bestimmt 2, 3 Jahren der Verweigerung, endlich eine Lesebrille bekommen (nachdem ich mich im Alltag immer mehr zum funktionalen Analphabeten wandelte).
Das mag manchen furchtbar trivial erscheinen, für mich war es aber der Anlass, erstmalig richtig über das Altern nachzudenken.
Uiwei, ich nehme gar keine Tabletten – am Ende bin ich vielleicht schon tot…
Willkommen im Club (wobei ich ja von Kindheit an Brillenträger bin). Krankheit, körperliche Schwäche, unumkehrbare Veränderungen. Die Tür geht hinter einem zu, und der weitere Weg scheint steinig und jedenfalls dunkler als vorher zu sein…
schneeschmelze – das Blog, in dem auch Tote noch posten?
Tja siehste, hast halt doch ‘nen besonderen Blog
Und wenn erst die Schwarze Romantik über der Stadt liegt… Das Füssli-Pferd mit den irren Augen hat bestimmt auch seine Tabletten nicht genommen…
Das arme Tier gehört in Pflege…
Das witzige dabei ist: Auf einmal nehme ich Brillen auch bei anderen bewusst wahr: Früher konnte ich eine zweistündige persönliche Unterredung führen, und hinterher hätte ich auf Befragen nicht mit Sicherheit angeben können, ob der Gesprächspartner eine Brille trug.
Heute gucke ich eine Talkshow mit 8 Teilnehmern – und kann danach nicht nur sagen, wer Brillenträger ist und wer nicht: Obendrein habe ich mir auch noch Details zur Brille jedes einzelnen gemerkt.
Und nun stelle Dir vor, Du müßtest Tabletten nehmen…