Kontrollverlust

In meinem Feedreader und in meinen Newslettern gibt es derzeit eine aufschlußreiche Diskussion um die Frage, ob die Presse den Namen des Copiloten nennen dürfe, der das Flugzeug steuerte, das vergangene Woche mit 150 Personen in Südfrankreich abgestürzt war.

Durch die Rolle, die der Pilot während dieser Ereignisse spielte, ist er zu einer relativen Person der Zeitgeschichte geworden, über die grundsätzlich berichtet werden darf. Demnach wäre auch die Nennung seines vollständigen Namens zulässig. Dafür würde auch die Größenordnung der Tat und die Schwere der Schuld sprechen – wenn die Schlußfolgerung stimmen würde, wonach es sich dabei um einen sogenannten erweiterten Suizid gehandelt haben soll.

Problematisch bei der Berichterstattung ist aber, daß alle Zweifel am Ablauf der Ereignisse ausgeblendet werden. Eine Indizienkette wurde gezeichnet, letztlich verursacht von Andreas L.

Und wenn es nicht so gewesen wäre? Wenn es noch andere Gründe gegeben hätte, die zumindest derzeit nicht erkennbar sind? Wenn es nur eine Vorverurteilung wäre, wenn sich herausstellen sollte, daß die Schuld nicht bei Andreas L. gelegen hätte? Was wäre dann?

Die bisherigen Äußerungen aus den großen Zeitungsredaktionen – zusammengestellt und entsprechend gewürzt etwa bei MEEDIA – weisen eher auf einen Ausfall selbstkritischer Erwägungen hin. Nachrichten sind eben ein Geschäft, es geht um Auflagen und um Klicks auf die Online-Ausgaben der Zeitungen. Und auch die sozialen Netzwerke haben erneut den Kontrollverlust im Web 2.0 demonstriert. Auch dort besteht ein Interesse daran, daß Geld hereinkommt, sonst gäbe es diese Bühnen nicht.

Das allgemeine Persönlichkeitsrecht läuft zunehmend faktisch leer. Wer ergreift das Wort für einen vermeintlichen Täter? Wer erwägt dessen Interesse angesichts von Sonderseiten und Sondersendungen, wenn sich alle anderen so sicher sind?

Nachtrag: Ein Gespräch mit dem Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen auf Phoenix, 27. März 2015:

„Monet und die Geburt des Impressionismus“ im Städel Museum Frankfurt am Main

Es hat ein bißchen gedauert, bis ich mich wieder dem Kunst- und Kulturbetrieb zugewandt habe. Ich war schon ganz lange nicht mehr als embedded blogger zugange, und ich habe mich auch sonst ziemlich von den organisierten Spektakeln ferngehalten. Aus Gründen. Auch die 200. Geburtstagsfeier des Frankfurter Städels habe ich distanziert beobachtet – über die Pressemaschine, natürlich, die seit Monaten schon auf vollen Touren läuft. Monet und Umfeld also, ungefähr hundert Bilder sollen es sein.

Zwar konnten wir die Touristen nicht ganz vermeiden, aber wir hatten wohl doch einen vergleichsweise günstigen Moment erwischt, an einem Nachmittag so gegen drei. Die Busse parkten um die Ecke, und die Schlange vor den Kassenhäuschen vor dem Haus war nicht allzu lang. Es waren sogar noch ein paar Schließfächer frei. Im Innern aber zogen während unseres Besuchs gleich vier Führungen an uns vorüber – oder waren es fünf? Kunst im D-Zug-Tempo, dort hinten hängen noch mehr Bilder, und die nächste Führung kommt gleich hinterher. Handys klingeln, es gibt wenig Platz, und die Klimaanlage hat sich sehr bemüht. Am Ende kamen sich zwei Führungen in die Quere, und es wurde wirklich eng. Das ruhigere Zeitfenster, das schon Isa Bickmann in Faust-Kultur empfohlen hatte, tat sich dann so gegen halb sechs auf, kurz bevor auch wir gingen. Am Museums-Shop vorbei, übrigens, der diesmal strategisch mitten im Haus plaziert ist, unmittelbar am Eingang zur Ausstellung. Man soll ihn nicht verfehlen.

Die Geschichte des Impressionismus wird chronologisch anhand von Hauptwerken Monets und weiterer Künstler erzählt. Die ganze Dramaturgie ist auf die beiden „Mittagessen“ von 1868/69 und 1873 ausgelegt, die zentral in der Mitte des Verlaufs stehen. Der erste Teil der Schau endet mit dem monumentalen Werk aus der Sammlung des Städel, der zweite Teil beginnt mit der Leihgabe aus dem Musée d’Orsay. Und auch „La Grenouillère“ und der „Boulevard des Capucines“ sind zu sehen. Eine Welt voller Sonne, voller Licht und Leichtigkeit, eine Welt des Morgens und des Mittags. Harte Schatten. Regen nur als Schauer. Aus dem Spätwerk, in dem sich die Konturen auflösen und die Farben pastellig zerfließen, viermal die Kathedrale von Rouen, zwei Londoner Brücken und die auf den Expressionismus weisende Darstellung der „Japanischen Brücke“. Das ist ein geballtes Programm an Kunstgeschichte. Was fehlt, sind die späten Seerosenbilder, aber davon war ja eines, das letzte, vor zwei Jahren in der Schirn zu sehen.

Man sollte die kleinen Nebenräume beachten, wo zeitgenössische Photographien gezeigt werden, die von der Malerei beeinflußt wurden und die – umgekehrt – wiederum auf die Malerei gewirkt hatten. Außerdem werden dort Karikaturen gezeigt. Wahre Preziosen sind darunter. Die Journale stammen aus dem Bestand der Frankfurter UB, sie sind wunderbar erhalten und lichttechnisch in Szene gesetzt. Es scheint, als habe ich ein paar Jahre im falschen Lesesaal gesessen.

Vernachlässigt wird leider das gesellschaftliche Umfeld der künstlerischen Produktion, denn die Jahre nach 1848 bis 1880 waren natürlich eine bewegte Zeit, die von den romantisierenden Darstellungen der Impressionisten geflissentlich geschönt worden waren. Die aufkommende soziale Frage findet in dieser Ausstellung nicht statt. Nur in einem Wandtext wird darauf hingewiesen, die Tuilerien würden unbeschädigt gezeigt, trotz des Brands von 1871. Die „krisenhafte Zeit“, von der Felix Krämer im Ausstellungsfilm spricht, wird in der Ausstellung zu wenig gewürdigt. Ist diese Malerei ein Beispiel für Eskapismus oder ist es im Gegenteil ein trotziger Gegenentwurf zu den Zeitläuften?

Aus Anlaß der Ausstellung wurden fünfzehn Bilder von Restauratoren einer aufwendigen Untersuchung unterzogen, deren Ergebnisse teilweise auf der Website des Museums zu sehen sind.

Die Kunstvermittlung wird derzeit beim Städel online stark ausgebaut, so entschieden wie bei keinem anderen europäischen Museum, meinte die Zeit. Es gibt sie noch: Den Katalog, das Begleitheft und die Wandtexte, auch die Führung und den Audioguide und das Städel-Blog, aber das „Digitorial“ und die aufwendig gestaltete Digitale Sammlung sind hinzugekommen. Außerdem gibt es eine käufliche App für Android und iOS. Ein „edukatives Computerspiel für Kinder“ und ein „Online-Kunstgeschichtskurs“ kommen bald hinzu, las man bei den Blättern der Ulmer Südwest Presse. Der Bildungsauftrag wird offenbar ernst genommen. Man überläßt die Präsentation der eigenen Bestände nicht, wie gerade eben das Wuppertaler von der Heydt-Museum zur dortigen Pissarro-Ausstellung, den Amateuren von Wikipedia, sondern behält alles selbst in der Hand. QR-Codes werden sparsam bei den Bildtexten eingesetzt. Und das freie WLAN hat an dem Nachmittag offenbar kein Besucher benötigt. Es waren schon genug Bilder an den Wänden. Demgegenüber ist die Überblicksführung nicht mehr im Eintrittspreis enthalten, sie kostet fünf Euro extra und findet mit Headset und Kopfhörern nur für die zahlende Kundschaft statt. Für alle anderen gibt es ja das Internet. Bring your own device.

Insgesamt aber ist auch das Material, das man auf diese Weise angeboten bekommt, so reich, daß das Feuilleton endgültig zurücktritt. Auch das ein Übergang. Ein Blick in die Pressedatenbank zeigt, daß die Zeitungen diesmal tatsächlich nichts Substantielles mehr beizutragen hatten, was man noch in die Ausstellung hätte mitnehmen können. So werden auch die infolge der geschrumpften Redaktionen überforderten Journalisten – mit sehr wenigen Ausnahmen – immer mehr zu bloßen Transmissionsriemen der PR-Abteilung des Museums. Ich denke, ich tue gut daran, den Abstand zu dieser Pressemaschine weiter zu pflegen.

Monet und die Geburt des Impressionismus. Bis 21. Juni 2015 im Städel Museum, Frankfurt am Main. Kurator: Felix Krämer. Katalog in der Ausstellung: 39,90 Euro.

The Open Well-Tempered Clavier

Amir Elisha Aharoni weist auf der Mailingliste Wikimedia-l auf ein bemerkenswertes Engegament für freie Inhalte hin, das auch der Westdeutsche Rundfunk schon einmal aufgegriffen hatte. Die Bonner Pianistin Kimiko Ishizaka spielt Klaviermusik ein und veröffentlicht die Aufnahmen (dank Unterstützung durch das MuseScore-Team samt den Noten) unter einer CC-0-Lizenz. Finanziert werden die hochwertigen Produktionen im Wege des Crowdfunding über die Plattform Kickstarter.

Nach den Open Goldberg Variations (2012, com, arch) ist nun am 19. März 2015 ein weiteres Hauptwerk von Johann Sebastian Bach veröffentlicht worden: Heft 1 des Wohltemperierten Klaviers liegt seitdem im verlustfreien Format FLAC auf Wikimedia Commons bereit. Das Open Well-Tempered Clavier wurde auch auf Libre Graphics World vorgestellt. Andere Formate (MP3, AAC, Ogg Vorbis, Apple Lossless) können von der Website der Künstlerin heruntergeladen werden. Wem es möglich ist, möge sich dort mit einem Betrag seiner Wahl erkenntlich zeigen; Libre Graphics World zufolge ist der Download der Dateien (samt Noten und Booklet) aber auch bei der Eingabe von null Euro möglich. Der Download-Link wird per E-Mail versandt.

Als nächstes möchte Kimiko Ishizaka die Préludes von Chopin einspielen.

Zuerst im Wikipedia:Kurier, 21. März 2015.

E-Book und Book-Book

Der Markt für E-Books schwächelt mittlerweile. Nach dem Boom folgt derzeit die Wende vor dem Abschwung. Vor diesem Hintergrund berichtete das Börsenblatt (via Perlentaucher) über eine Diskussion zwischen Hype und Hoffnung. Der Markt sei, wie man hört, erfolgreich vor allem bei der sogenannten Genre-Literatur, also bei der Massenware (Krimis und dergleichen), sowie im Segment Wissenschaft. Und die Anbieter teilen sich wohl in zwei Lager: Die pragmatischen Verleger, die sich anpassen an das, was gut läuft, und die Visionäre, die sehen, daß das E-Book technisch auf der Stelle tritt und die nach einer neuen Form für die digitale Ware Buch suchen.

Schon lange wird über die längerfristige Entwicklung der E-Books nachgedacht, vor allem auch im Bildungssektor. Das E-Book werde sich vom analogen Buch emanzipieren, las man da schon vor zwei Jahren, es werde mittelfristig Videos und Audios enthalten und crossmediale Formen von Inhalten ermöglichen. Der einzige wirklich neue Schritt war dann zur Buchmesse 2014 die Öffnung von Sobooks, ein E-Book-Shop, der das Buch selbst in ein Webforum hineinpackte. Das war und ist tatsächlich der erste Versuch, ein Buch vom Web her neu zu denken. Aber will man das denn?

E-Books sind auch heute noch digitale Versionen in den Formaten PDF und EPUB, die aus der „Druckvorstufe“ abgeleitet werden. Der ganze Herstellungsprozeß ist also weiterhin auf Print ausgelegt, das PDF ist identisch mit der Druckvorlage, und EPUB wird nur hieraus umgesetzt. Und der Deutsche Bibliotheksverband weist (via Lesewolke und NRW-Blog) darauf hin, daß das E-Book durch die Weigerung vieler Verlage immer noch nicht gleichwertig zum gedruckten Buch in den Ausleihen angekommen sei. Das Dilemma um die Onleihe läßt grüßen.

Technische Weiterentwicklungen sind nicht absehbar. Was auch nicht weiter verwundert, denn Bücher werden geschrieben. Würden sie gefilmt, wären es Filme, würden sie als Audio produziert, wären es Hörspiele, Hörbücher oder Features. Würde man das alles miteinander kombinieren, wäre es – ja, was für ein Produkt wäre das dann? Immer noch ein Buch? Oder ein Kurs mit verschiedenen Elementen? Und welche Verwertungsgesellschaft wäre dann für so einen Hybriden zuständig, die VG Wort oder die GEMA oder die VG Bild-Kunst, jeweils ganz oder anteilig? Und kein Wort zum Umsatzsteuersatz, bitte!

Die early adopters sind mit Lesegeräten und Pads versorgt, der erste Durst ist gestillt, und die Verbraucher warten ab, was als nächstes kommt. Auch sie, pragmatisch. Gerade mal nachgeschaut: In meinen Regalen stehen – nach monatelangem Räumen – immer noch 756 Book-Books bereit. Und heute morgen habe ich wieder Bücher in der UB bestellt, sie sind schon „abholbereit“.

Zum Büchermachen in digitalen Zeiten siehe auch das Radiofeature von Joachim Büthe im Deutschlandfunk, 13. März 2015.

WLAN-Neusprech

Der Referentenentwurf zur Neuregelung der Störerhaftung für den Netzzugriff über offene WLANs wird seit seiner Veröffentlichung kontrovers diskutiert. Im Beck-Blog hat nun Thomas Hoeren deutliche Worte gefunden. Er stellt den Entwurf in die Tradition des Orwellschen Neusprechs, weil er behauptet, den Ausbau offener WLANs voranzutreiben, während er tatsächlich die Störerhaftung für deren Betreiber drastisch verschärft. Nur wer den Zugang zum WLAN verschlüsselt und sich bestätigen läßt, daß, wer zugreift, verspricht, keine Rechtsverstöße zu begehen, soll in Zukunft von der Haftung im Rahmen des Providerprivilegs noch freigestellt werden. Wer das WLAN nicht geschäftsmäßig betreibt, soll das nur noch dürfen, wenn er die Namen der Benutzer kennt.

Hoeren hält, wie schon vorher Thomas Stadler, den Entwurf wegen Verstoßes gegen die E-Commerce-Richtlinie für rechtswidrig und referiert die neuere Rechtsprechung, die sich gerade zugunsten der Freifunker gewendet hatte, indem diese als Access Provider behandelt werden. Außerdem wirft er die Frage auf, weshalb geschäftsmäßige und nicht-geschäftsmäßige Betreiber von WLANs ungleich behandelt werden sollten. Strengere Regelungen für den Freifunk müßten – beispielsweise im Vergleich zu den Betreibern von WLANs in Hotels oder in Cafés, aber auch in Bibliotheken – durch einen sachlichen Grund gerechtfertigt werden. Dabei ist ein Unterschied zwischen einem WLAN, das auch in den öffentlichen Raum eines Straßencafés hineinfunkt, und einem Freifunknetzwerk kaum feststellbar.

Der Referententwurf kann tatsächlich nur als der Versuch gewertet werden, den kommerziellen Access Providern einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und das zivilgesellschaftliche Engagement beim Teilen des Internetzugangs nachhaltig zu verhindern, indem die Entwicklung der Rechtsprechung konterkariert wird. Hier treffen sich dann wohl die Interessen von CDU/CSU und SPD zum Thema Wirtschaftsförderung, zum Schaden der Zivilgesellschaft, aber auch allgemein beim Verhindern von Innovationen im digitalen Bereich. Die Vergangenheit soll damit festgezurrt werden. Ein netzpolitischer Schuß in den Fuß. Und der nächste steht bevor, denn auch die Vorratsdatenspeicherung soll ja schon bald neu geregelt werden. Back to the future.

Les chroniques économiques de Thomas Piketty

Nachdem Ulrike Herrmann in der taz zu Anfang des Jahres schon einen Überblick über drei Digests vorgestellt hatte, die das voluminöse Werk des französischen Ökonomen lesbarer machen sollen, stellte sie in der gestrigen Literaturbeilage der taz zur Leipziger Buchmesse den neuen Piketty vor: „Die Schlacht um den Euro“ – 40 kurze Texte, die in der französischen Tageszeitung Libération erschienen sind und die die Zeitspanne von 2008 bis Januar 2015 umfassen, die der Beck-Verlag hinterhergeschoben habe, um erneut Kasse zu machen.

Schon etwas in die Jahre gekommen seien die Texte, das gebe der Autor selbst zu. Herrmann zufolge sei einerseits von dem Werk abzuraten, weil es in den unredigierten Beiträgen zu endlosen Wiederholungen komme. Andererseits sei das Buch aber wegen seiner anschaulichen Beispiele, etwa zum ganzen Ausmaß des deutschen Handelsbilanzüberschusses, doch lesenswert, meint sie. Die sich ansonsten aber von Piketty ein ganz anderes Buch noch wünscht, nämlich ein systematisches Buch, das die deutsche Debatte bereichern könnte, die bisher daran krankt, dass der neoliberale Mainstream dominiert und auswärtige Perspektiven konsequent ignoriert werden.

Na ja. Das wird sicherlich noch etwas auf sich warten lassen. Was aber die unredigierten Beiträge Pikettys angeht, so sind zumindest die neueren unter ihnen frei im Netz zu lesen als Les chroniques économiques de Thomas Piketty, derzeit von 2013 bis Januar 2015 bei Libération – wo man auch sonst immer wieder lesenswerte Texte findet. Man sieht: Auch Piketty ist ein Blogger.

(Wenn die Rezension von Ulrike Herrmann auf der Website der taz erscheint, verlinke ich sie.)

WordPress.com im Classic-Modus

Die Unzufriedenheit über das Herumschrauben an der Oberfläche bei WordPress.com hält nun schon seit dem vergangenen Sommer an. Die Support-Foren von WordPress.com sind voll von Klagen der Benutzer darüber, zumal nach dem unsäglichen neuen Post-Editor jetzt auch noch die Blog-Statistik auf ein iPad-genehmes Mäusekino-Format zurechtgestutzt worden ist.

Auf meine Anfrage hin, wie man das abschalten könne, wurde mir zunächst erklärt, das gehe gar nicht mehr. Auf weitere Nachfrage hin: Mein Wunsch werde an die Entwickler herangetragen. Bis die Benutzerin timethief dankenswerterweise nähere Informationen und bookmarkbare Links zu den gewünschten Seiten zusammenstellte, die ich hiermit weitergebe.

Wer also weiterhin beim Bloggen das klassische WordPress-Interface verwenden möchte, versehe sich entweder mit einer eigenen WordPress-Installation (mittlerweile Standard bei vielen Webspace-Providern) oder bleibe bei WordPress.com und befolge diese Ratschläge:

  • Der Weg zum Dashboard, das WordPress.com immer mehr vor den Benutzern versteckt, führt über den Menüpunkt WP Admin.
  • Der normale WordPress-Post-Editor wird standardmäßig gar nicht mehr angezeigt. Man kann ihn nur noch erreichen, indem man aus dem neuen Post-Editor zum Classic mode umschaltet. Dieser Umweg ist nicht zu umgehen. Das Cookie, das dabei gesetzt wird, sorgt dann dafür, daß bei den nächsten Aufrufen der normale Editor erscheint.
  • Die bekannte Statistikseite findet man weiterhin unter https://wordpress.com/my-stats/.
  • Eine Übersicht über die Benachrichtigungen gibt es auf https://wordpress.com/notifications/.

Die bekannten Funktionsseiten sind also weiterhin vorhanden, sie sind nur über die Oberfläche von WordPress.com nicht mehr direkt anklickbar. Man muß sie als Bookmarks aufrufen oder erst ein Cookie dafür setzen lassen – eine Bevormundung des Users, denn so etwas sollte als Opt-in ausgeführt werden. Zumindest sollte es die Möglichkeit geben, das alles wieder abzuschalten, um die übliche WordPress-Oberfläche verwenden zu können.

Ich fühle mich auf einmal so alt.