Hartz V wäre zu teuer?

von schneeschmelze

Wolfgang Ratzel hat am 4. Oktober 2009 in der Online-Ausgabe des Freitag in dem Beitrag „Kostenfaktoren aller Länder, vereinigt euch!“ die Meinung vertreten, die neue Bundesregierung werde trotz der Ankündigung, es solle nur noch essen, wer auch arbeite, keine Workfare-Projekte im noch größeren Stil als die bisherige „Armutsindustrie“ einführen, weil dies alles angesichts der Millionen von potentiellen Kastanienblätterzusammenfegern letztlich viel zu teuer würde. Den Beitrag habe ich kommentiert:

[Die] Einschätzung „alles zu teuer“ unterstellt, daß der Staat vernünftig haushalten wird und daß er nach einem ökonomischen Kalkül verfährt. Beides ist unsicher, denn Sozialpolitik ist nicht das Ergebnis von Vernunft oder Einsicht, sondern von Ideologie. Eine menschenverachtende Haltung führt zu einer menschenverachtenden Sozialpolitik, egal wieviel es kostet. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.