Deutschlandradio Wissen

Ab Januar 2010 wird das neue Programm Deutschlandradio Wissen ausgestrahlt werden. Die taz schreibt darüber:

[…] Um Geld zu sparen – und natürlich auch um ganz modern daherzukommen, will der Sender dann vor allem ein „Best of“ anderer Sender bieten. […]

[Programmdirektor] Müchler ruft das Prinzip „Online first“ für das Radio aus – und will Beiträge im Netz anbieten, sobald sie produziert sind. Auf die Ausstrahlung will er nicht mehr warten.

Und auch das wird für das qualitätsbewusste, aber auch etwas bieder daherkommende Deutschlandradio neu sein: DRadio Wissen will im Netz Debatten anstoßen und dafür viele Inhalte zur Kommentierung freigeben, wie das aus Blogs bekannt ist. „Wir werden auch unseren Fuß in die Welt der sozialen Netzwerke setzen“, verspricht Müchler. Am Ende heiße das: “Wer unser Programm in Gänze nutzen will, muss auch zum Laptop greifen.“

Deutschlandradio Wissen wird demnach das erste Radioprogramm sein, das gar keines ist: Eine Podcast-Download-Station. Eigentlich eine Art öffentlich-rechtlicher iTunes Store. Radikal entlinearisiertes Radio. Eine einzige Mediathek, bzw. Radiothek. Man hört das Programm nicht mehr, sondern man greift darauf zu. Und der Livestream, über den man die lineare Variante hören kann (sozusagen das Menü, das aus den vielen einzelnen Häppchen zusammengesetzt wird), wird im Wortbereich das sein, was bei der Musik „die Rotation“ ist, die Wiederholung des Ewiggleichen, rund um die Uhr, pausenlos und rechnergesteuert.

Und warum braucht man dazu einen eigenen Kanal? Die Hürden, um an das Wissen von Deutschlandradio Wissen heranzukommen, liegen genaugenommen sehr hoch. Weiterhin wird alles, was im Hörfunk irgendwie Qualität hat, von den großen Publikumsprogrammen in die Kultur- und Spartenkanäle verbannt, damit es wirklich nur noch die Hörer mit Abitur finden.

Gleichzeitig veröffentlicht auf der Mailingliste NET-RADIO und in der Freitag Community am 13. Oktober 2009.