Frank Schirrmacher, Payback, bei Seite 50

Habe heute nachmittag angefangen, das Buch zu lesen. An der Stelle, wo „der Arzt nicht mehr helfen“ konnte, bin ich schon vorbei. Es ist schon eine ziemliche Fallhöhe von Weizenbaum und Lovink zu Schirrmacher, aber was mich am meisten stört, ist die amerikanische Manier, in der er den Text vor mir ausbreitet, dieses Vom-Hölzchen-aufs-Stöckchen-Kommen, das Sprunghafte und Geschwätzige an seinem Text. Ein Brei aus Anekdoten und Zitaten, zusammengesucht und nachgewiesen durch URLs in Endnoten, die eine vorgefaßte Meinung begründen sollen, statt sie zu erarbeiten. Ein Dokument, das genau das zur Schau stellt, was es durchgehend beklagt, nämlich die Zerstreutheit. Und übrigens auch voller typischer Textverarbeitungstippfehler. Ein Korrektor, ein Lektor hätten hier durchaus helfen können.

4 Kommentare zu „Frank Schirrmacher, Payback, bei Seite 50“

  1. Also eher ein vernachlässigbares Büchlein? Nun gut, ich hatte mit dem Gedanken gespielt es mir anzuschaffen. Zwar mag ich den Herrn nicht wirklich, schaute jedoch ein Gespräch, in welchem er recht interessante Ansätze vertrat.

  2. Das interessanteste Interview, das er zu seinem neuen Buch gegeben hat, war meiner Meinung nach das 17minütige Gespräch in der 3sat kulturzeit.

    50 Seiten finde ich etwas geschwätzig im Verhältnis zum Inhalt. Insgesamt liegen ja nun noch die Seiten 51 bis 220 vor mir …

    Vielleicht hilft Dir für Deine Kaufentscheidung weiter: Es ist kein Fachbuch, sondern eher ein feuilletonistischer Essay. Schirrmacher kommt „aus der Gutenberg-Welt“ (S.36) und nervt deshalb mit den für ihn wohl neuen Vokabeln Algorithmus und Multitasking. Er verarbeitet populäre Sekundärliteratur und geht durchweg ganz subjektiv von sich selbst aus. Er schreibt, das gibt es auch im Interview zu, über seine eigenen Probleme und sucht nach Gründen dafür. Die findet er in dem, was bei der Nutzung der neuen Medien Computer, Internet, Smart Phones usw. „im Gehirn“ stattfindet, physiologisch und beim Denken.

    Schirrmacher hat kein theoretisches Buch vorgelegt, das man mit Weizenbaum, Lovink oder mit den Essays von Eric S. Raymond vergleichen könnte. Es ist ein journalistischer Text, der sich flott liest wie Google News. Und abgesehen von einem ganz kurzen Exkurs zur Pisa- und Bologna-Diskussion, fehlt mir auch der Bezug zu den größeren gesellschaftlichen Auswirkungen der neuen Technik, z.B. zur Veränderung der Öffentlichkeit durch soziale Netzwerke und die Blogosphäre. Das hat wahrscheinlich zu wenig mit ihm zu tun, er arbeitet ja ganz subjektiv. Für wirtschaftliche Auswirkungen interessiert er sich auch nicht. Er ist ganz mit seinem eigenen Denken und dessen Erosion beschäftigt.

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