J.D. Salinger

von schneeschmelze

J.D. Salinger ist vorgestern gestorben. Meine Ausgabe des Catcher in the rye trägt das Druckdatum „Mai 1991“, also las ich es vor ca. 20 oder 15 Jahren, daran kann ich mich leider nicht mehr genau erinnern. Der Außenseiter und Schulversager Holden Caulfield hatte es mir damals jedenfalls angetan, denn der Catcher zählt zu den wenigen Büchern, die ich mehrmals gelesen habe, insoweit gemeinsam zu nennen mit Bernhard, Frisch, Brecht oder Heine. Vielleicht geht diese Faszination darauf zurück, daß ich keinerlei Probleme mit meiner Schullaufbahn hatte und mein Leben erst später ins Stocken kam. Das Leiden an der Welt der Erwachsenen und die Anpassungsschwierigkeiten Caulfields sprachen mich damals sehr an. Der Mief, der den Roman durchweht, ist „authentisch“, the fifties, was die ganze Stimmung in dem Text noch düsterer erscheinen läßt und weiter belastet. Weil der Schwerpunkt der Erzählung auf der Innenwelt Caulfields liegt, kann man ihn aber auch heute noch mit Gewinn lesen. Wer nur die alte deutsche Übersetzung von Heinrich Böll kennt, ist natürlich klar im Nachteil, denn die war nun wirklich miserabel. Man sollte das Buch unbedingt auf Englisch lesen. Auch wenn ich derzeit keinen Bedarf an Salinger-Lektüre habe: Ein absolutes must read.

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