Kitsch bei Suhrkamp

von schneeschmelze

„In Gegensatz gebracht zu einer künstlerischen Bemühung um das Wahre oder das Schöne, werten Kritiker einen zu einfachen Weg, Gefühle auszudrücken, als sentimental, trivial oder kitschig.“[1]

Peinlich wars wohl wieder mal. Und Hesses „Stufen“ gehören scheinbar unvermeidlich dazu. Sie machen selbst aus der nüchterndsten Veranstaltung noch etwas Kitschiges:

„Suhrkamp ist und bleibt nun mal der deutsche Geistesolymp. Gemessen an diesem Status ging es mit Schnittchen und Orangensaft ausgesprochen asketisch, betont nüchtern zu. Das Glas Sekt war noch das Prickelndste, was den Gästen dieses Empfangs widerfuhr. Von einer geistigen Zäsur in der Kulturgeschichte der Republik war nichts zu spüren. Auch nicht, als der meist eher unpoetische Kulturstaatsminister Bernd Neumann den „Weltgeist“ aus Hermann Hesses Gedicht Stufen bemühte, der sich nicht fesseln lässt, nicht an der Heimat wie an einem Raum hängt und nur Aufbruch und Reise kennt.“

Ingo Arend, Regenbogen in Prenzlauer Berg, über die Einweihungsfeier des Suhrkamp-Verlags nach seinem Umzug nach Berlin, Der Freitag, 27. Januar 2010.

Da möchte man doch gleich mit aufbrechen und der Frau Unseld in ihren Reitstiefeln im übrigen eine schöne Treppe wünschen.