Facebook is a closed shop V

von schneeschmelze

Im Anschluß an meine Erwägungen zur Privatisierung des virtuellen Raums, hat auch Hanjo Iwanowitsch Nachdenkliches gebloggt. Er schließt:

„Alle sozialen Netzwerke haben einen Button, der Freunde in das betreffende Unternehmen einlädt. Ich würde lieber ausladen: traut Euch heraus aus der kuscheligen Facebookstube, bastelt Euch ein Blog, seht, wie förderlich Diskussion außerhalb von Webforen sein kann, seid Öffentlichkeit und nicht Teil einer ökonomischen Verfügungsmasse.“

Und Markus Kolbeck faßt sein Unbehagen mit den neuen sozialen Netzwerken in einem Kommentar so zusammen:

„Und nun habe ich mich aus ALLEM zurückgezogen. Mir stößt vor allem eine, in meinen Augen negative Eigenschaft auf. All diese Angebote der Vernetzung und Kommunikation absorbieren Zeit und Aufmerksamkeit. Man klebt am Rechner. Man kreiselt wie eine Motte um die brennende Lampe. Ringsum aber dunkel.“

Couldn’t agree more.

Gleichzeitig sieht man aber, daß in den „geschlossenen“ sozialen Netzwerken im Gegensatz zum „freien“ Internet so etwas wie eine „Fangemeinde“ sich sammeln kann, sichtbar werden kann. Das ist neu, denn solche Verbindungen und Bezugnahmen werden ansonsten nur über die Kommentarfunktionen der Blogs und über Trackbacks und Pingbacks erkennbar.

Was bleibt, ist ein gewisses Unwohlsein angesichts des Trends weg vom alten, freien Web 1.0 hin zu den mehr oder weniger geschlossenen sozialen Netzwerken im Web 2.0. Die Karawane ist weitergezogen. Man kann sie derzeit nicht mehr aufhalten. Möglicherweise orientiert sie sich eines Tages wieder anderweitig. Aber nicht so bald.