Fragebogen nach Proust

von schneeschmelze

Ich weiß nicht, warum mir heute abend der Fragebogen einfällt, den Marcel Proust, wenn man dem einstigen F.A.Z.-Magazin glauben mag, in seinem Leben angeblich gleich zweimal ausgefüllt hatte. Mir war danach:

Was ist für Sie das grösste Unglück?
Ohnmacht.

Wo möchten Sie leben?
Im Rhein-Main-Gebiet.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?
Eine schöne, gut ausgestattete Bibliothek zu benutzen. Und eine wohlschmeckende, gesunde Ernährung zu sich zu nehmen.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Die auf einem menschlichen Irrtum beruhen.

Ihre liebsten Romanhelden?
Nicht zufällig derzeit: Hans Castorp.

Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?
Keine.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?
Keine.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Dichtung?
Keine.

Ihre Lieblingsmaler?
Beckmann. Picasso.

Ihr Lieblingskomponist?
Bach.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?
Klugheit, Herz.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?
Klugheit, Herz, Schönheit.

Ihre Lieblingstugend?
Gerechtigkeit.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Lesen und schreiben.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?
Jemand, der von seiner Klugheit leben kann.

Ihr Hauptcharakterzug?
Pessimismus.

Was schätzen Sie bei ihren Freunden am meisten?
Verständnis, Verstand und Gefühl.

Ihr größter Fehler?
Ich denke zuviel.

Ihr Traum vom Glück?
Bildung, Gesundheit, soviel Geld wie nötig.

Was wäre für Sie das größte Unglück?
Wenn die Dummheit siegte.

Was möchten Sie sein?
Mit mir und der Welt zufrieden.

Ihre Lieblingsfarbe?
Kobaltblau.

Ihre Lieblingsblume?
Derzeit: Eine gelbe Rose.

Ihr Lieblingsvogel?
Derzeit: Der Albatros.

Ihr Lieblingsschriftsteller?
Ror Wolf.

Ihr Lieblingslyriker?
Brecht.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?
Keine.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?
Keine.

Ihre Lieblingsnamen?
Keine.

Was verabscheuen Sie am meisten?
Soziale Blindheit und Klassenkampf von oben.

Welche geschichtliche Gestalten verachten Sie am meisten?
Alle, die Krieg geführt haben.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?
Keine, denn „Soldaten sind Mörder“.

Welche Reform bewundern Sie am meisten?
Die Einführung und den Ausbau der staatlichen sozialen Sicherungssysteme.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
Ein möglichst gutes Gedächtnis. Mehrsprachigkeit.

Wie möchten Sie sterben?
Wenn es soweit ist: Ohne vermeidbaren Aufschub.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Traurig.

Ihr Motto?
Et pourtant …

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