Hier ist der Kunde noch König IV

von schneeschmelze

Meine Krankenkasse betreibt hierzustadt ein „Dienstleistungszentrum“, das nur vormittags geöffnet hat, außer donnerstags, wenn sie auch am Nachmittag zu sprechen sind. Post soll direkt an die Zentrale nach Hamburg geschickt werden. Mein Einschreiben mit Rückschein dorthin war nun auf den Tag genau eine Woche unterwegs. Und der Rückschein trägt neben der Unterschrift den Stempelaufdruck „DigiZentrum Essen“. Eine echte Odyssee hat meine Schneckenpost also hinter sich.

Das erinnert mich an meine (beruflichen) Erlebnisse mit der Postbank. Ein Konto zählte bankleitzahlmäßig nach NRW. Die kostenpflichtige Hotline saß in Hannover. Dort konnte ich aber keine Auskünfte über das Konto einholen. Ich wurde weiterverwiesen und fühlte mich dabei fast schon wie der Buchbindermeister Wanninger. Die eigentliche Kontoführung hatte ihren Sitz in Hamburg. Dort gab es aber auch nur eine Hotline, es war nicht möglich, mit dem zuständigen Sachbearbeiter direkt zu sprechen. Die Bearbeitungszeit betrug damals mindestens drei Wochen. Ausnahmen könne man nicht machen. Die Postfiliale konnte mir nicht weiterhelfen, ich müsse mich nach Hamburg wenden. Das alles war so kompliziert, daß man eine Absicht dahinter vermuten muß. Ich würde niemals ein Konto bei der Postbank eröffnen.