Freiheit bedarf einer staatlichen Regulierung

von schneeschmelze

Der Verfasser stellt in seinem Beitrag über David Posts Buch zu „Jefferson’s Moose“ die technische Entwicklung des Internetprotokolls TCP/IP zutreffend dar. Der Vergleich mit dem Liberalismus Jeffersons erscheint aber eher problematisch, denn der Liberalismus kann nicht ohne weiteres von der Politik auf die Setzung technischer Standards übertragen werden. Die Gefahren, die sich insoweit ergeben können, sieht man gerade an den Protokollen, auf denen das Internet basiert. Schon im Sozialen hat sich der Liberalismus seit langem als eher problematisch erwiesen: Unser ganzes Sozialrecht wird völlig zutreffend gemeinhin als ein Rechtsgebiet verstanden, das diejenigen Probleme kompensierten muß, die das liberale Zivilrecht erschafft. Ein verträgliches Gemeinwesen bedarf einer staatlichen Moderierung. Auf die Entwicklung des Internets übertragen, ist festzustellen, daß auch hier die Pionierzeiten mittlerweile Vergangenheit sind. Insbesondere die Netzneutralität ist heute bedroht. Sie wird wahrscheinlich ohne eine staatliche Regulierung nicht zu erhalten sein. Die Politik wird deshalb unmittelbar auf die Bildung technischer Standards Einfluß nehmen müssen, um Funktion und Nutzen für alle zu erhalten.

Kommentar am 16. März 2010 bei FAZ.NET, der von der Moderation erst einen Tag später freigeschaltet wurde.

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