Die juristische Literatur befindet sich im Umbruch II

von schneeschmelze

Die Konzentration bei den juristischen Verlagen geht weiter: Nachdem der Branchenprimus C.H.Beck bereits vor gut zehn Jahren den Nomos-Verlag übernommen hatte und nachdem mittlerweile eine ganze Reihe von ehemals etwas unabhängigeren Fachzeitschriften mittlerweile ebenfalls in München verlegt werden, hat C.H.Beck nun als vorläufig letzten Schritt die juristische Studien- und Referendarliteratur sowie einige kleinere juristische Schriftenreihen von Wolters Kluwer gekauft. Die vier dort tätigen Mitarbeiter (mit einer von ihnen hatte ich vor einem halben Jahr noch auf der Frankfurter Buchmesse gesprochen) sollen angeblich übernommen werden – wahrscheinlich wird ihnen ein Umzug von Köln nach München angeboten werden.

Damit gehen die traditionsreichen Namen (im BWL-Neusprech: „Marken“) Carl Heymanns und Luchterhand ebenso wie die Ausbildungszeitschrift „Juristische Arbeitsblätter“ auf den Erwerber über. Sie sollen dort im Programm des Franz Vahlen Verlags weitergeführt werden.

Wolters Kluwer wolle sich „konsequenter auf berufliche Zielgruppen im Rahmen der Unternehmensstrategie ausrichten“, liest man im Börsenblatt. Das ist aber wahrscheinlich nur ein Vorwand, denn die juristische Literatur befindet sich weiterhin im Umbruch, was die Publikationsformen angeht. Die Lehrbücher, vor allem die großen wissenschaftlichen Werke, verkaufen sich deutlich weniger gut als früher, aber auch die Schlachtschiffe unter den Praktiker-Kommentaren haben im Vergleich zu früher Einbußen im Absatz zu verzeichnen.

Beck kauft nach und nach alles auf, was der Markt zu bieten hat, was die bereits von mir angesprochenen Probleme[1][2][3] weiter verschärft.

Das Bundeskartellamt wird auch diesen Kauf genehmigen.