Im Datenbad

Die Times und die Sunday Times haben angekündigt, den Zugriff auf ihre Websites ab Juni diesen Jahres nur noch gegen Entgelt zu ermöglichen. Man wird die Texte aus diesen beiden Zeitungen dann nur noch für £1 pro Tag bzw. für £2 pro Woche lesen können. Es ist der Versuch, das Gemeingut „Information“ künstlich zu verknappen. Wie sinnvoll das sein könnte, mag sich jeder selbst überlegen. Wir baden in Daten. Genauer: In kostenlos verfügbaren Daten. Die Nachrichtenmaschine läuft als Teil der Kulturindustrie rund um die Welt rund um die Uhr. Als Blogger stelle ich auch selbst ständig welche her. Und auch die Wikipedia ist so ein Textkorpus, in den ständig soviel Arbeit einfließt, daß er schon heute einen gehörigen Wert erreicht haben dürfte. Geld zahle ich dagegen für wirklich originelle Produkte, die ich nicht anderweitig erhalte und von denen ich irgendwie profitiere. Wenn jemand meint, daß das für die Times gelte, möge er dafür etwas zahlen. Aber grundsätzlich glaube ich weiterhin nicht, daß der kommerzielle Vertrieb von Journalismus online funktionieren wird, eben weil es möglich ist, sich über den Kanal „Internet“ aus einer sehr großen Zahl von Quellen ohne weitere Kosten zu informieren.

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2 Kommentare zu „Im Datenbad“

  1. Online-News funktionieren anders als Zeitungen, damit muss sich der Print abfinden. Online folgt man einem Link, liest einen Artikel und geht wieder. Eine Zeitung liest man i.A. komplett. Also macht man einzelne Online-Artikel so billig, dass sich die Kosten für eine „Zeitungs-Mege“ Artikel auf etwa eine Zeitung aufaddieren oder man bietet echten Mehrwert, den Online-Zeitungen seit Jahren erfolglos suchen.

    Und nebenbei: Wenn sich Murdoch-Medien durch Bezahlzwang ins Abseits schießen wollen begrüße ich das. Hoffentlich schließt sich FOX bald an.

  2. Ich bin ganz deiner Meinung was dem Zahlen angeht: Oberflächliche und schlecht geschriebene Artikel, Kopien von was Reuters geschrieben hat, usw., kann ich sonstwo kostenlos haben.

    Allerdings ist die Aussage „Es ist der Versuch, das Gemeingut „Information“ künstlich zu verknappen.“ nicht ganz gerecht: Schliesslich haben die Zeitung keine Verpflichtung, ihre Schreibereien kostenlos ins Netz zu stellen—und auch die Papierzeitungen kosten in der Regel Geld. Somit nicht wirklich ein Versuch der künstlichen Verknappung. Vielmehr geht es darum, dass von den Lesern Geld bekommen soll, die nicht besser wissen.

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