In Wikipedia schreiben

von schneeschmelze

Auf einer allgemeinen Diskussionsseite in der deutschsprachigen Wikipedia wurde gerade die Frage aufgeworfen, ob man sich öffentlich dazu bekennen sollte, Wikipedianer zu sein, ob man dies gar in einer beruflichen Bewerbung erwähnen könne? Die dazu bisher geäußerten Ansichten waren eher abschlägig: „Ich gehe damit schon lange nicht hausieren, da ich mich nicht weiteren Peinlichkeiten aussetzen will. Die, die ‚Sozialkompetenz‘ vieler Akteuere hier kennen, haben nur mitleidsvolle Blicke für mich“, schrieb eine IP, während der User fluss meint: „Wissenschaftler, Mediziner, künstlerischer Brot-Beruf, mittlere Führungsebene in der Wirtschaft usw. … sollten es sich überlegen, bevor sie … Berufskollegen, Auftraggebern, Personalmanagern erzählen, in Wikipedia zu schreiben. Wer Lesenswertes und Exzellentes produziert, kann bei guten Geistern Punkte damit machen, aber von bösen Geistern gemobbt werden, z.B. à la Krokodilsträne ‚Armes Schwein, der schreibt nur noch in Wikipedia‘ (heißt: ‚Den kannst Du abhaken‘).“ Es sieht so aus, als läge noch ein weiter Weg vor uns, verglichen mit der Vision, die Wikimedia Deutschland als „Kompass 2020“ sich selbst gesetzt hat: Das Ziel des Vereins ist es demnach nämlich, bis dahin unter anderem auch dafür zu sorgen, daß „Engagement für Freies Wissen … attraktiv [ist], es … geschätzt und gewürdigt [wird].“ Alle nutzen Wikipedia, mittlerweile bekennen sich auch Abiturienten ausdrücklich dazu, sie für ihre Arbeit benutzt zu haben, aber erstaunlich wenige schreiben dort. Erst im vergangenen Herbst war die Rede davon, es würden langfristig immer weniger. Die Qualität ist mittlerweile in vielen, wenn auch nicht in allen Fällen erstaunlich gut. Aber keiner wills geschrieben haben.