Too much information

von schneeschmelze

Der Finanzwissenschaftler Max Otte diskutiert in SWR2 Aula das Problem der Fehl- und Desinformation aus wirtschaftlicher Sicht. Er erwartet eine zunehmende Privatisierung des Wissens und nennt Apples iPad, ein geschlossenes System, als ein Beispiel hierfür, aber auch den Trend zur Sammlung von Information in kostenpflichtigen Datenbanken. Wikipedia lobt er ausdrücklich als ein Gegenbeispiel für eine freie Sammlung von Wissensinhalten, er ist aber pessimistisch, ob sich das Projekt langfristig wird behaupten können, weil es nur freiwillig organisiert sei. Otte kritisiert Google, weil es als Suchmaschine letztlich fachliche Kompetenz bei der Aufbereitung und beim Umgang mit Informationen – und damit auch Mehrwert – vernichte. Indem der Nutzer sich immer mehr auf undurchsichtige Dienste verlasse, verlerne er immer mehr, selbständig nach Lösungen zu suchen und sie kritisch zu überdenken. Den Ausweg aus der Desinformation sieht Otte in einer Stärkung des Staates, der vor allem im wirtschaftlichen Bereich wieder mehr Standards setzen müsse, aber auch in einer Medienabstinenz beim Rezipienten als Strategie gegen den information overload: „Weniger ist mehr“.

©SWR2 2010.

Bearbeitetes Posting in der InetBIb-Liste, 18. April 2010.