Facebook is a closed shop IX

von schneeschmelze

Die Menschen verschenken zwar nicht ihre Seele an Facebook, aber ihre Gedanken, ihre Beziehungsstrukturen. Was tun? Völlige Abstinenz ist keine Lösung. Und jeder Versuch, irgendwie teilzuhaben, spielt dann doch wieder Facebook in die Hände. Das Dilemma ist nicht zu lösen. […]

Die Abstinenz vom social web ist keine Lösung, weil sich die Öffentlichkeit schon verändert hat. Man muß sich fragen, ob man hieran teilhaben will. Cems Vergleich mit den Glasperlen der Conquistadoren ist richtig. Ich habe die Hoffnung, daß die Menschen klüger sind als die planenden Technokraten und daß es letztlich darauf ankommt, was man daraus macht. Man kann sich auch über eine böse[tm] Plattform für Gutes[tm] zusammentun. Früher gab es Usenet und Mailinglisten. Das gibt es heute noch, wird aber sehr viel weniger genutzt als die sozialen Netzwerke. Die nächste Plattform kommt bestimmt.

Bin mir übrigens auch nicht so sicher, ob Facebook in jedem Fall „eine Bedrohung“ ist. Ich beobachte, daß Menschen grundlegend unterschiedlich mit Facebook umgehen: drei-/vierstellige Freundeszahl vs. 20 Freunde; keine Einträge auf der Pinnwand vs. ständige Twitter-Updates; eingehende Angaben im Profil vs. gar nix usw. Dementsprechend unterschiedlich durchsichtig ist der User und seine Umgebung. Das ist sehr heterogen und sehr individuell.

Kommentare auf der Facebook-Pinnwand von Cem Basman, 26. April 2010.

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