Facebook is a closed shop XII

von schneeschmelze

Das Unbehagen an den sozialen Netzwerken nimmt zu. Sie bringen die Menschen dazu, Glasperlen gegen Perlen zu tauschen, wie Cem Basman zutreffend geschrieben hat. Es geht aber noch weiter. Genaugenommen ist es so: Die Stasi 2.0 muß nicht mehr schnüffeln, abhören, IMs gewinnen etc. Wir liefern ihr all unsere Gedanken, Links, Interessen, Abneigungen und Meinungen und viele sozialen Kontakte frei Haus und lassen sie von den Datenkraken verwalten. Der Staat hat das ourgesourct und kann bei Interesse auf diese privaten Sammlungen zugreifen, sei es legal oder illegal.

Wem das nicht paßt, der muß sich dort ausklinken. Ganz kann man das aber auch nicht mehr, weil die sozialen Netzwerke jetzt schon einen erheblichen Teil der Netz-Öffentlichkeit organisieren. Wer da ganz wegbleibt, ist mehr „draußen“, als wenn er keinen Fernseher mehr hätte. Also ist ein Mittelweg gefordert zwischen Teilhabe an dieser Form von Öffentlichkeit und Privatheit. Der ist nicht leicht zu finden. Beschränkung auf das Wesentliche tut jedenfalls not: E-Mail statt soziales Web. Blogs statt Statusmeldungen und Timelines. GnuPG statt „Privatsphäre-Einstellungen“.

Genug gespielt. Es ist an der Zeit, erwachsen mit den „sozialen Medien“ umzugehen.

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