Hessischer Abgang

Schon bei der letzten Landtagswahl wurde er gefragt, wie lange er noch Ministerpräsident sein wolle. Damals wurde ihm unterstellt, er wolle ins Bundeskabinett wechseln. Niemand rechnete mit einer ganzen Legislaturperiode als Ministerpräsident. Roland Koch gibt es nicht allein, er hat alles in der Gruppe gemacht, mit der er erst gemeinsam studiert und dann gemeinsam regiert hatte, und das ist bis heute eine ganz blasse Truppe geblieben. Sein Adlatus Bouffier war schon Hinterfigur zum Fall Daschner. Fiele Bouffier nun im erneuten Polizeichefskandal, wäre auch Koch gefallen. Also ging er jetzt, bevor er gegangen worden wäre. Und es drängelt sich keiner nach vorn. „Das wäre jetzt auch eine gute Gelegenheit für die CDU, sich von Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu distanzieren“, schrieb Holger Klein heute mittag mit Blick auf die vielen Skandale, die Kochs Weg säumen, inszeniert zum Wohle seiner Partei, zum Schaden der politischen Kultur: Spalten, statt zu versöhnen. Immerhin: „Roland Koch hat Stil. Er wirft am Towelday das Handtuch“ (via F!xmbr).

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3 Kommentare zu „Hessischer Abgang“

  1. Koch ist und bleibt ein Grenzgänger. Er hat seinerzeit polarisiert wie kaum ein Zweiter. Mit seinen Kampagnen gegen die doppelte Staatsbürgerschaft hat er sich viele Feinde gemacht, weswegen jetzt viele den Rücktritt feiern!

  2. Den Rücktritt Kochs zu feiern ginge mir denn doch etwas weit, denn dadurch hat sich ja an den Mehrheitsverhältnissen nichts geändert, weder in Hessen noch im Bundesrat.

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