Freitägliche Trauerarbeit

von schneeschmelze

Hans Fährmann hat sich den Freitag angeschaut und seine Erfahrungen folgendermaßen beschrieben:

„Wer die Zeitung ausschließlich wegen der Eingangs angesprochenen Ausrichtung und Qualität der Texte gelesen hat, wird mit dem aktuellen ‚der Freitag‘ wenig bis garnichts anfangen können. Das ist so und daran wird sich wohl auch nichts ändern. Diese Leser sind meiner Ansicht nach für diese Zeitung verloren (sofern nicht der Ein oder Andere die Zeitung aus nostalgischen Gründen weiter bezieht). In der Debatte wurde zwar um den alten ‚Freitag‘ gekämpft, aber das war von Anfang an aussichtslos und aus meiner Sicht eine Art ‚Trauerarbeit‘. Der neue Eigner hat früh genug erkennen lassen, dass es keinen Weg zurück gibt. Nicht zuletzt auch dadurch, dass das Personal zum Teil ausgetauscht wurde. … Die Artikel haben – mal abgesehen von der nicht mehr als ‚Links‘ zu bezeichnenden Ausrichtung und wenigen ‚Schwalben‘, die auch hier keinen Sommer machen – nichts, was ich nicht auch woanders finde … In der Ausgabe vom 10.06.2010, 23. Woche, findet sich zum Beispiel eine Doppelseite mit dem Spielplan zur Fußball-WM 2010. Den gibt es in jedem Supermarkt oder jeder Lottoannahmestelle – in einer Zeitung, die sich als ‚Das Meinungsmedium‘ bezeichnet, hat das nichts zu suchen. Ebenso hat sich mir die in jeder Ausgabe als letzte Seite enthaltene Aufstellung von kommentierten Web-Bookmarks nicht erschlossen (was im Grunde für den geamten dritten Teil (‚Alltag‘) gilt).“

Die Trauerarbeit geht weiter.