Nochn Rücktritt III

von schneeschmelze

Die Frage ist nicht, warum ein Politiker in diesen Tagen zurücktritt, sondern wer oder was ihn zuerst getreten haben mag, so daß er zurück tritt. Nota bene: Karlheinz Weimar, das war der hessische Finanzminister mit dem Steuerfahnderskandal. Seit in Hessen CDU und FDP regieren, ist schon so viel Abgründiges passiert (von angeblichen „jüdischen Vermächtnissen“ bis hin zu offen ausländerfeindlichem Wahlkampf), daß man mit der Zeit leicht den Überblick verlieren kann. Der designierte Nachfolger Roland Kochs als Ministerpräsident wurde schon nominiert, bevor der Untersuchungsausschuß zu dessen Polizeipräsidentenaffäre auch nur abgeschlossen ist. Auch der „Fall Daschner“ spielte in Hessen, unter dem nämlichen Innenminister. Wer erinnert sich heute noch an den „Personenschützer-Skandal“ um die rechtsextremistischen Bodyguards, die man, es ist erst ein paar Jahren her, für Michel Friedman eingesetzt hatte? Manche fallen auch über ihre eigenen Füße, das gibt es. Und die meisten von denen, die zuvor gefallen sind (oder die getreten haben, zuerst oder zurück), stehen danach wieder auf. Und fallen gar nach oben. Und dann wundern sie sich darüber, daß die Menschen immer weniger vom Staat halten. Von wegen: Fünfparteiensystem. Die Nichtwähler sind schon längst die sechste Partei geworden. Und darüber wird morgen nichts in den Zeitungen stehen.