Weiterer Abbau beim Freitag VI

von schneeschmelze

Teil VI in der Freitag-Saga: Tessa geht zur SPD und wird ebendieser fortan auf spd.de behilflich sein, den mittlerweile schon sehr blaßrot gewordenen Käse etwas ansehnlicher zu verpacken und an die verbliebene Gemeinde zu bringen. Ich wünsche Tessa bei ihrer neuen Aufgabe trotzdem eine glückliche Hand, und ich bin gespannt, was sie sich gemeinsam mit ihren neuen Kollegen ausdenken wird, um spd.de sehr viel deutlicher in die Gegenwart zu bewegen. Irgendwie haben sie ja auch etwas gemeinsam, der Freitag und die SPD: Bei beiden gehts schon lange bergab; beide hatten ihre beste Zeit schon längst hinter sich; beide sind seit ihrer jeweiligen Kehrtwende nicht wiederzuerkennen; beide haben eine treue Gemeinde, die in den Startlöchern sitzt und nur darauf wartet, daß alles wieder so werden möge, wie es früher einmal war; und bei beiden weiß man schon seit langer Zeit, daß es genau dazu definitiv nicht mehr kommen wird. Nachdem das Politik-Ressort im Juni 2010 an Ulrike Winkelmann (früher: taz) gegangen war, schreibt nun auch Christian Rath (weiterhin: taz) ebenda. Dazu paßt auch, daß Tarek Al-Wazir gerade einen Essay im Freitag veröffentlicht hat. Gewiß keine uninteressanten Autoren. Aber wenn ich den – zumindest in intellektueller Hinsicht – stets gut gepolsterten grünen Mainstream lesen möchte, gibt es die taz ja schon, die muß nicht noch einmal neu erfunden werden. Fazit: Der Freitag ist noch weiter in Richtung der sogenannte Mitte gerückt worden. Es war der richtige Zeitpunkt, um zu gehen.