Sightseeing im Katastrophenpark

von schneeschmelze

Eric Azan zitiert in seinem Blog bei Le Monde aus einem AFP-Bericht über ein denkwürdiges Schauspiel: Mehrere tausend Touristen reisen jedes Jahr nach Tschernobyl, um sich dort für 160 Dollar durch die strahlenden Ruinen führen zu lassen. Eine belgische Psychologin sagt, sie habe „ein bißchen Angst“, und sie werde auf jeden Fall ihre Schuhe danach wegwerfen. Eine australische Touristin meint: „(It is) very beautiful and poetic but the whole tragedy makes me feel very uncomfortable with photographing it.“ Und sie meint, es sei vielleicht doch noch etwas zu früh gewesen für den Trip. Auch der russische Auslandssender Russia Today hat schon über dieses sehr makabre Schauspiel berichtet. Und bei uns regiert bekanntlich immer noch eine gelernte Physikerin, die nach einer Rundreise durch einige deutsche Atomkraftwerke dafür gesorgt hat, daß die Restlaufzeiten dieser technologischen Dinosaurier nun noch einmal verlängert werden. Zur Erinnerung: Die Tagesschau vom April/Mai 1986.