Ausgegoogelt

Die Ergebnislisten bei den Suchmaschinen werden nun schon über einen längeren Zeitraum hinweg immer zufälliger, nicht nur bei Google. Zu Tode optimiert. Die Zeit der allgemeinen Suchmaschinen ist vorbei. „Nachschlagen online“ setzt zu wissen voraus, welche Datenbanken, Verzeichnisse und Archive es gibt, in denen die Informationen zu finden sind, die man gerade benötigt. Diese Form von Meta-Wissen, „zu wissen, wo es steht“, ist noch mehr vonnöten als früher, weil das Angebot an Quellen und die Auswahl hieraus schwieriger geworden sind. Einfach nur Googlen, war gestern. Und wenn man die Suchmaschine als eine Konstruktion des Webs versteht, so ist es auch damit vorbei. Das Web wird in diesem Sinne derzeit dekonstruiert. Es war einmal eine Zeit, in der wir alle ständig gegoogelt haben. Was es in Google nicht gab, gab es nicht online. Durch sein eigenes Versagen schafft Google heute eine ganz neue Spielart des deep web: Daten, die durchaus indexierbar wären, die möglicherweise auch indexiert worden sind, die aber nicht mehr als Treffer ausgegeben werden. Aus welchen Gründen auch immer. Umso wichtiger werden freie Quellen im Netz und freie Initiativen, die diese Lücke intelligent und gehaltvoll füllen. So entsteht die Chance für ein neues Paradigma, das das ewige Suchen ersetzt.

8 Kommentare zu „Ausgegoogelt“

  1. naja. seit google aufgehört hat, aggresives marketing zu betreiben, wird endlich auch die eine oder andere kritische stimme gehört. das verrückte ist: inzwischen ist google tatsächlich eine der besten suchmaschinen.

    jahrelang hat google sich genial vermarktet. sie galt als beste/erfolgreichste suchmaschine der welt, dabei war sie bis vor gut 5 jahren lediglich ein aufgemotzter wegkatalog. andere maschinen, wie z.b. msn, waren seinerzeit wesentlich besser und aktueller. für ein paar monate war msn sogar die aktuellste bekannte suchmaschine (die einzige echte suchmaschine!) der welt.

    da aber die journaille viel lieber pressemitteilungen abdruckt, als selbst zu recherchieren, war monatlich weltweit mindestens einmal google in den schlagzeilen – und alle habens nachgeplappert. das war der google-hype. und ich habe mit dem kopf geschüttelt…

    es wird zeit, daß google wieder fett ins marketing geht. damit all die nachplapperer wieder stoff zum nachplappern haben…

    1. Du hast aber schon bemerkt, daß ich durch eigene Recherche zu meiner Meinung über Google gelangt bin? Hatte mich lange mit einem Google-Mitarbeiter auf der Buchmesse unterhalten (siehe Link). Hatte mich nicht überzeugt. Überzeugt mich immer weniger.

  2. @borgdrone:
    natürlich steht es jedem frei. nur sehr viele menschen sind nicht frei und lassen sich von den lautesten medien (ver-)leiten. ich kenne menschen, die wissen gar nicht, daß es noch andere suchmaschinen gibt. und ich kenne menschen, die haben google als startseite eingerichtet und geben komplette url ins suchfenster ein! …

    aber auch das steht jedem frei: sich bilden oder eben nicht.

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