The way to hell …

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Nach der Installation des Updates zu Mac OS X 10.6.6, mit dem vor allem die Mac App Store nachgerüstet wird, zeigt sich, wie tief diese in das System integriert worden ist. Versucht man, eine Datei zu öffnen, deren Endung nicht im System registriert ist, so fragt der Rechner nach, ob man ein Programm auswählen möchte. Seit dem Upgrade ist eine weitere Antwortmöglichkeit hinzugekommen: „Im App Store suchen“. Diese Variante ist standardmäßig aktiviert. Klickt man darauf, startet das App-Store-App und zeigt mir eine Auswahl an Programmen, die dort zur Verfügung stehen (in diesem Fall: 16 Anwendungen, die angeblich mit HTML-Quelltext umgehen können, davon 14 kostenpflichtig, zwischen 0,79 und 149,99 Euro).

Keine Frage: Dem Mac App Store gehört die Zukunft. Auch Microsoft wird so etwas seinen Anwendern bald unterschieben. Und dann werden es die Linux-Distributoren nachprogrammieren, weil es angeblich „zeitgemäß“ sei. Die unbedarften Anwender werden mit der Zeit dann gar nicht mehr auf die Idee kommen, daß es noch Software außerhalb der App Stores gibt. Daß man Software womöglich selbst machen kann (schreiben, kompilieren, ändern, oder gar: weitergeben). Daß Software frei sein kann und daß sie aus guten Gründen heraus auch frei sein sollte.

Immerhin: Auch die Mac-Anwender sind mißtrauisch geworden gegenüber dieser Verkaufsplattform.

3 Kommentare zu „The way to hell …“

  1. Bei Ubuntu Linux gibt es das schon länger, es nennt sich „Software-Center“. Angeblich wird dort auch – kostenpflichtige – kommerzielle Software angeboten, ich habe aber noch nichts gefunden (genauer: nicht danach gesucht).

  2. >Und dann werden es die Linux-Distributoren nachprogrammieren, weil es angeblich „zeitgemäß“ sei.

    Mmmh, nennt sich Paketsystem, existiert seit den 90ern und Oberflächen gibts eben so lange dafür. Neu ist davon nichts, Apples einzige „Innovation“ war der Apple I und darüber hinaus tonnenweise Geschichtsklitterung, um Aufkäufe und anderes geschickt als eigene Erfindung zu vermarkten.

    Darüber hinaus ist die „App Store Methode“ recht mau umgesetzt, ob nun auf iOS, Android oder auch nun dem Mac OS X. Unter freien Betriebssystemen dienen diese Paketsysteme seit über einem Jahrzehnt dem Komfort, auf Mac & Co wird überwacht. zensiert und eifrig „Schutzzölle“ eingetrieben. Schöne neue Welt.

    1. Aber Oliver, ich meinte doch kein schnödes Paketierungssystem à la apt-get. Sowas gibts auch für den Mac schon lange: Die MacPorts. Das dient ja vor allem dazu, Abhängigkeiten aufzulösen, damit die Software, die ich installiere, am Ende auch funktioniert. Bei der App Store gehts ausschließlich um Cash. Und was das Schlimmste ist (hatte ich bei meinen Beiträgen falsch verstanden und deshalb falsch dargestellt): Freie Software kann über den Store anscheinend gar nicht vertrieben werden, weil die GPL mit den Store-AGB wohl nicht vereinbar ist.[1][2] Die Meldungen beziehen sich zwar nur auf iOS, sie dürften aber auch die den Mac App Store gelten.

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