Unhistorische Historie

Die Sammelmappe zeigt heute ein Video von einer der phantastischen Maschinen von Jean Tinguely. An dieser Stelle die Erinnerung daran, daß ein Brunnen von Tinguely auch für den Platz vor der Frankfurter Alten Oper diskutiert worden war. Dazu ist es natürlich nicht gekommen (OB: Walter Wallmann), das Ergebnis ist bekannt. Dieser Brunnen, der dort heute steht, ist im Gegensatz zur Oper, nicht historisch. Er war mal für diesen Platz vorgesehen, aber niemals gebaut worden. Er wurde bei der Rekonstruktion der Oper also erstmals hier errichtet. Anstelle von Tinguelys Entwurf. Die Entscheidung gegen Tinguely und für eine Historie, die es so niemals gegeben hatte, war ein Schritt in eine Welt mit weniger Phantasie, weniger Traum, ohne Visionen, gegen das „Gute Leben“ im Sinne von Beuys.

Kommentar, Sammelmappe, 27. Januar 2011.

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6 Kommentare zu „Unhistorische Historie“

  1. Phantasie, Traum, Vision und Kreativität das sind die Stichworte für eine lebendige, fröhliche und ausgeglichene Umwelt. Es ist erstaunlich, wie wohltuend z.B. die Maschinen von Jean Tinguely wirken, wenn man sich in ihrer Nähe aufhält.

    Eigentlich ein Beitrag zur Gesundheitsförderung.

    1. Ja, eben. Man glaubt gar nicht, wie sehr sich die Umwelt auf die Gesundheit auswirkt, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Ich habe zum Beispiel die Rückkehr aus Badenweiler[1][2] (im Hintergrund: die Vogesen) ins kahle und lieblose Rhein-Main-Gebiet als sehr belastend erlebt. Auch dieser Brunnen vor der Alten Oper ist letztlich eine Lieblosigkeit, weil er seelenlos ist und bleibt: Keine Rekonstruktion, keine Liebe. Vgl. dagegen Beuys: „Pflanze unmögliche Gärten!

  2. Wichtig ist doch nur das Wasser. Aber Wald schadet auch nicht. Am besten ist ein See im Wald. Berge sind überschätzt, jedenfalls aus norddeutscher Sicht.

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