Ausgegoogelt III

In der Diskussion um den Suchalgorithmus von Google hat Till Kinstler heute in der InetBib-Liste auf einen Blogbeitrag von Roy Tennant hingewiesen, der die Frage aufwirft, inwieweit die Abfrage einer allgemeinen Suchmaschine überhaupt zu „Erkenntnis“ führen kann, zumindest seitdem Google die Suchergebnisse „personalisiert“: „Google is ‚personalizing‘ search results whether you login to a Google account or not. In other words, Google tries to learn as much as it can about you from your past behavior and move specific search results up or down on the page based on that past behavior. Before, did you click on this link, or that one? … I believe that a skinhead searching for information on the Holocaust should not find Holocaust-denying web sites filling his screen simply because those are the sites that his friends have clicked on. Some answers really need to be given, whether the person asking the question wants that answer or not. But then Google’s mission has never really been truth, has it?“

Advertisements

6 Kommentare zu „Ausgegoogelt III“

  1. Die Suchmaschinen in Teil 2 kannte ich noch nicht. Ein wohltuende Abwechslung zu Google.
    Was die personalisierte Suche betrifft, bin ich nicht ganz so skeptisch, denn was ist im Vergleich dazu die objektive Suche, wie sollte man die erreichen und was für einen Unterschied würde das machen?

    1. Eine Suchmaschine sollte bei jeder Abfrage, die sich auf denselben Index bezieht, dasselbe Ergebnis liefern. Es darf keinen Unterschied machen, ob der Nutzer über Safari auf dem Mac oder über Firefox unter Linux auf die Suche zugreift, von weitergehenden Personalisierungen mithilfe von Cookies, IPs etc. ganz abgesehen.

      Weiterhin ist es eine Frage des Erkenntnisgewinns. Wenn die Suchmaschine bei einer Abfrage „das Web“ konstruiert, sollte das unabhängig von den Vorlieben des Benutzers geschehen, weil er sonst im eigenen Saft brät. Mit einer Suchmaschine sucht man nach bisher Unbekanntem. Für die Suche nach bereits Bekanntem gibt es genügend Kataloge, Datenbanken und Verzeichnisse.

      Weil Google ein kommerzielles Produkt ist, liefert es Ergebnisse, die dem Benutzer „gefallen“ sollen. Aufklärung geht aber anders.

      Im Fall von Google kommt hinzu, daß unter den ersten 10 Treffern nicht konfigurierbar die meisten Ergebnisse bereits bekannt sind, bevor ich die Abfrage starte: Es wird mindestens ein Link zu Wikipedia-DE/EN ausgegeben, und dann folgen hauseigene Produkte: Google News, Bilder, Blogs, Videos, Shopping etc. Die eigentlichen Treffer beginne dann erst etwa ab Rang 7 oder 8. Bei den Suchmaschinen, die Suma-eV fördert oder betreibt, beginnen die Treffer mit Nr. 1.

  2. Obwohl ich persönlich ungefilterte Ergebnisse schätze, glaube ich, dass viele Leute mit dem Im-eigenen-Saft-Braten recht einverstanden sind. Natürlich soll das nicht so weit gehen wie in Tennants Beispiel. Google hat ja auch ein Interesse daran, die Balance zwischen Information und Gefängnis zu wahren.

    Den letzten Absatz verstehe ich nicht ganz. Beziehst Du Dich auf Dinge zum Kaufen? Wenn man zum Beispiel „Roger Moore“ eingibt, sind die ersten Resultate zielführend. Bei Shopping sieht’s mittlerweile nicht mehr so gut aus („Fernseher“, „Waschmaschine“ …, auch wenn das nicht allein Googles Schuld ist).

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.