Eiertanz

von schneeschmelze

Deutliche Worte von Thomas Strobl zur Causa Sarrazin/SPD, warum aber dann zum Ende so ein Frankfurter Allgemeiner „Eiertanz“ (Enzensberger)? Natürlich kann man es der SPD nicht nachsehen, daß sie Sarrazin nicht ausgeschlossen haben, denn sie erhofft sich damit ganz offenbar Stimmen aus den Reihen der Befürworter solcher Positionen. Damit stellt sie sich weiterhin außerhalb des demokratischen und sozialstaatlichen Konsenses, den sie schon vor langem aufgekündigt hatte, und treibt weiterhin den Klientelparteien die Wähler zu. Damit schafft sie sich auf lange Frist gesehen ganz sicherlich selbst ab, während bürgerlich-rechte Positionen (sei es die FDP oder seien es die Grünen) immer mehr an Boden gewinnen. Nützen kann das letztlich nur der CDU/CSU, und wer wollte das denn, bitte, goutieren?

Auf die Erwiderung hin, die Parteiführung der SPD habe Sarrazin gegenüber sich in einer ähnlichen Lage befunden wie Bundeskanzlerin Merkel, als sie zu Guttenberg wegen dessen Popularität nicht habe fallen lassen wollen:

Der Vergleich mit zu Guttenberg geht leider fehl, denn er war als akademischer Betrüger geradezu ein Milchbub im Vergleich zu dem geistigen Brandstifter Sarrazin, der mit seinem Buch nur spalten wollte – sonst schreibt man sowas nicht. Weil es dabei gegen sozial Schwache ging, wurde das natürlich durch Bild und Spiegel befördert und war infolgedessen auch mehrheitsfähig – im Sinne dessen, was demoskopisch gemessen wird.

Kommentare, FAZ.NET, 23. April 2011, ebenda.