Eine Geschichte zwischen Deutschland und Indien …

von schneeschmelze

erzählt Oliver Tolmein in seinem Blog bei der FAZ. Ein deutsches Paar hatte anscheinend (nach deutschem Recht nicht erlaubt) eine indische Leihmutter in Anspruch genommen und wollte nach der Geburt mit dem Kind in einer dort für Reproduktionsmedizin bekannten Klinik nach Deutschland heimkehren. Die deutsche Botschaft versagte die Ausstellung des Reisepasses für das Kind, weil es nicht die deutsche Staatsbürgerschaft habe. Hiergegen gingen die Eltern in Vertretung des Kindes im Wege des Eilverfahrens vor dem Verwaltungsgericht Berlin vor – und unterlagen. Das Gericht teilte die Ansicht der Botschaft. Wer in der Geburtsurkunde als Eltern eingetragen sei, spiele für die Abstammung letztlich keine Rolle. Eine rein formale Begründung nach deutschen wie nach indischem Recht folgt. Gegen die Entscheidung können noch Rechtsmittel eingelegt werden.

Ein bewegender Fall. Ich dachte die ganze Zeit, während ich den Sachverhalt las, an das Neugeborene, das nun staatenlos in Indien ist. „Wer sich gegenwärtig um das Kind kümmert, geht aus der Entscheidung des Gerichts nicht hervor.“ Die Versagung der deutschen Staatsbürgerschaft ist schon aus diesem Grunde unmenschlich und im Ergebnis falsch.