Der letzte macht das Licht aus

von schneeschmelze

Oracle hat heute bekanntgegeben, daß das OpenOffice.org-Projekt an die Apache Software Foundation übergeben werde. Der Heise Newsticker berichtet, die verdienstvolle Entwicklerabteilung sei „angeblich“ bereits aufgelöst worden. Die OpenOffice.org-Community ist derzeit damit beschäftigt, die Daten des Projekts zu sichern, weil man sich nicht sicher sein kann, daß Oracle die Geschäfte fair und vollständig übergeben wird. Und die Document Foundation wünscht sich eine Wiedervereinigung beider Projekte.

Letzteres entspräche auch meiner Vorstellung, denn die Spaltung, die durch das Projekt ging, hat in der neueren Zeit zu recht merkwürdigen Verrenkungen geführt, bis hin zu getrennten Auftritten bei Messen und zu gespaltenen Communities bei den Mailinglisten. Unter anderem wurden Mails, die ich auf die Devel-Liste von OpenOffice.org geschickt habe, nicht mehr auf der Liste veröffentlicht, nachdem ich mich LibreOffice zugewandt hatte.

Es wäre allerdings auch meine Hoffnung, daß das Projekt unter der Ägide der Document Foundation weitergeführt wird, denn bei der Apache Software Foundation stände der Code nicht mehr unter einer Copyleft-Lizenz, wäre also keine dauerhaft Freie Software mehr, bei der sich die Freiheit immer weiter vererbt. Änderungen des Quelltextes müssen dieser Lizenz zufolge nicht wiederum unter eine freie Lizenz gestellt werden. Sie können also unfrei werden, und das ist aus ganz grundsätzlichen Erwägungen heraus nicht wünschenswert, denn die Freiheit von Software und von Datenverarbeitung ist ein Aspekt, der für eine offene Gesellschaft von ganz wesentlicher Bedeutung ist.