Ärzte nutzen Wikipedia

Im Portal Medizin wurde heute auf einen Beitrag in BBC Radio 5 Live hingewiesen, wonach einer Studie zufolge 60 % der Hausärzte in Europa sich in Wikipedia informieren. Auf der Website des Senders ist ein Interview mit einem britischen Arzt zu hören, der dies auch freimütig zugibt. Er sagt, die Beiträge in Wikipedia seien „ausgesprochen technisch“, „sehr zuverlässig, sehr aktuell“, und er rät gleichzeitig medizinischen Laien davon ab, es ihm gleichzutun, weil ihnen die Sachkunde fehle, um die Angaben, die man in Wikipedia finde, zutreffend zu verstehen.

Beitrag im Wikipedia Kurier, 2. Juni 2011.

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4 Kommentare zu „Ärzte nutzen Wikipedia“

  1. Könnte man doch glatt fragen, ob die Juristen es ihnen gleich tun? Ohne Google und wikipedia wären wir auch nicht auf dem neuesten Stand.

    1. In beiden Fällen habe ich Zweifel, was Qualität und Geschwindigkeit angeht. Das Portal Recht befindet sich in einem ähnlich desolaten Zustand wie manche Medizin-Artikel. Bei Insulin glargin hatte es über ein Jahr gedauert, bis mehrere Studien zu dem Verdacht, es könne Krebs fördern, nachgetragen wurden. Und das Schwerbehindertenrecht wurde erst mit knapp zweijährigem Verzug upgedatet… Rate, wer das war…

  2. Was juristische Themen angeht, so kann man unmöglich mit der deutschsprachigen Wikipedia professionell arbeiten. Die Tage etwa stolperte ich über diesen Artikel:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kostenfestsetzungsbeschluss

    Ein juristischer Laie wird dadurch nicht schlauer und der interessierte Fachmann erfährt nichts, was er nicht ohnehin bereits wissen sollte (der liest sich zur Vertiefung besser die Einführung zu §§ 103 ff. ZPO im Kommentar seines Vertrauens durch).

    1. Na ja, der Artikel ist aber schon okay. Es ist nicht Aufgabe einer „Universalenzyklopädie“, über das hinauszugehen, was in einem Kommentar steht oder stehen sollte. Was mir fehlt, um den OMA-Test zu bestehen, wäre ein Übersichtsartikel über das gesamte Kostenrecht (außergerichtliche und gerichtliche Kosten, Kostenerstattungspflicht, Kostenfestsetzungverfahren) einerseits und andererseits, um auch dem Fachmann etwas zu bieten, Weblinks zu einschlägigen Urteilen im Volltext und eine ordentliche Bibliographie zum Einstieg ins Thema. Aber das könnte man ja noch ergänzen – wenn man die Zeit dazu hätte…

      BTW, die AAC-Streams der BBC laufen nicht mehr in iTunes … 😦

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