Der ARD-Nachtexpress wird eingestellt

Die traditionsreiche Radiosendung ARD Nachtexpress wird ab Anfang Oktober 2011 eingestellt und durch die „ARD Hitnacht“ ersetzt, die ausschließlich vom Saarländischen Rundfunk gesendet wird. Damit ist der Umbau der ARD-Nachtprogramme, der Anfang 2011 begonnen worden war, abgeschlossen: Die ARD-Popnacht kommt seit Januar 2011 vom SWR, seit April 2011 produziert der MDR die ARD-Infonacht und seit Juli 2011 wird das ARD-Nachtkonzert nur noch vom Bayerischen Rundfunk gesendet. Einer der bekanntesten Moderatoren war der ehemalige Chefsprecher des Hessischen Rundfunks Helmut Hansen, der stets das Motto verfolgt hatte, das Nachtprogramm solle „wie ein fahrender Zug gestaltet sein.“ Deshalb formulierte er die Zeitansagen wie Stationsmeldungen („Jetzt, liebe Nachthörer, haben wir die Zwei-Uhr-dreißig-Station erreicht“).

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5 Kommentare zu „Der ARD-Nachtexpress wird eingestellt“

  1. Schade,
    die Abwegslung wird fehlen. Und warum wurde es nicht großräumig bekanntgegeben ? Fürchte man die Hörer ?
    Ich habe es nur durch zufall gehört und nach suchen im Internet gefunden!
    Ich hoffe nur das es keine Einbahnstr. wird und wünsche den Modaratoren der neuen Sendung viel Glück und es muß ja nicht immer das alte das beste sein !
    Was wünsche ich mir : Sehr viel Musik und wen es geht außer Nachrichten und Verkehr so wenig wie möglich reden.

  2. sehr schade, da war abwechslung drin, jeder sender hatte ein eigenes und individuelles konzept und teilweise themen, die nicht zu überbieten waren – wie jetzt der bayerische rundfunk -. hier wird vermutlich wieder am falschen ende gespart und beliebte und sympathische moderatoren in irgendeine eine ecke gestellt. macht weiter so, irgendwann hört keiner mehr zu – weil hörer und gebührenzahler ja eh nicht gefragt oder informiert werden. deshalb auch nur zwei kommentare.
    h aus euskirchen

    1. sehr schade, da war abwechslung drin, jeder sender hatte ein eigenes und individuelles konzept und teilweise themen, die nicht zu überbieten waren – Das möchte ich mal aufgreifen. Die ARD-Anstalten versuchen, beim Nachtprogramm mehr als früher zu kooperieren. Das ist nicht notwendigerweise billiger, wird aber von den Politikern gern gesehen – die dafür sorgen, daß es diese Kleinstaaterei mit den vielen Anstalten weiter gibt. Zum Beispiel müssen nun für das zusammengelegte ARD-Nachtkonzert extra Leitungen geschaltet werden, um die Aufnahmen von den Sinfonieorchestern der anderen ARD-Anstalten an den BR zu überspielen. Früher lief das aus den jeweiligen Funkhäusern nachts direkt als Sendung. Ich vermisse nachts sehr das Nachtkonzert vom WDR. Und anderen geht es nun beim Nachtexpress ähnlich. Auch aus dem ARD-Nachtrock wurde schon 1990 die ARD-Popnacht, die seitdem ebenfalls ihren Niedergang hinter sich hat. Ich kann mich eigentlich nur an Abbau von Programmumfang und -qualität erinnern.

  3. Schade um die einzige werbe- und gewinnspielfreie Sendung, die sich vom Allerweltsgeschmack ganztägiger Berieselung mit Plaudertaschen abhob. In Ruhe gute Musik hören war das Ziel, begleitet von kurzen amüsanten, oft lehrreichen Wortbeiträgen (negative Ausnahme für mich samstags WDR4) ausgezeichneter Moderatoren. Besonderer Dank SWR, RBB, Saar, HR und BR! Wer kann schon oder will täglich Saarland empfangen? Dafür könnte man jetzt nachts nochmals 5 Stunden Sportsendungen wiederholen – oder schalten die anderen Sender ganz ab? Armes Deutschland. Jegliche regionale kulturelle Vielfalt stört den Weg zum Reichssender mit norddeutscher Einheitssprache.

  4. Ich bin traurig und zornig zugleich. Eine der besten und vielfältigen Radiosendungen einfach abzusetzen finde ich unerhört. Die Verantwortlichen zwingen letztlich den treuen Radiohörer ins Internet abzuwandern. Ist das ein Schritt zum zensierten Monopolstaatsrundfunk ?
    Danke an alle bisherigen aktiven Radiomachern der Sendungen von Montag bis Samstag. Ihr seid prima und absolute Spitze. Ich vermisse euch alle.

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