Webzwonull revisited III

Die Trojaner-Affäre war am 11. Oktober 2011 Thema der Sendung hr2 Der Tag (mp3). Zum Ende der Sendung wurde darin Markus Beckedahl von netzpolitik.org interviewt. Er sagte:

„Wir haben das Problem, daß wir uns als Gesellschaften immer weiter abhängig machen von privatisierten öffentlichen Räumen. Immer mehr Menschen machen sich z.B. abhängig von Facebook, lassen ihre Kommunikation darüber laufen, immer mehr Politiker gehen da rein, zukünftig werden da vielleicht auch politische Debatten drüber laufen, und diese privatisierten öffentlichen Räume funktionieren auf Basis von allgemeinen Geschäftsbedingungen. Wir haben einerseits Technologie, Code, sozusagen, der dafür zuständig ist, die Regeln festschreibt, wie wir darüber kommunizieren, andererseits haben wir Recht in Form von allgemeinen Geschäftsbedingungen, was bestimmt oder was definiert, was wir da dürfen und was nicht. Also, wir haben da nicht wirklich Bürgerrechte, wie wir es auf dem Marktplatz gewöhnt sind, sondern wir können auf Basis einer AGB wie aus dem Shopping-Center rausgeworfen werden.“

Natürlich freut es mich, wenn sich meine Thesen vom Januar 2010 ff. herumsprechen und weitergetragen werden. Eine Bezugnahme auf meine damaligen Beiträge wäre allerdings nett gewesen und hätte zudem der Lizenz des Blogs entsprochen.

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6 Kommentare zu „Webzwonull revisited III“

  1. Die Thesen zur Privatisierung des virtuellen und nichtvirtuellen müssen Ihren Ursprung nicht zwingend in diesem Blog haben. Über Facebook als Gated Community haben schon einige publiziert, auch vor der Veröffentlichung des oben verlinkten Postings.

    Gute und richtige Ideen entstehen oft zeitgleich an verschiedenen Orten. Da gibt es prominente Beispiele. ;o)

  2. Vielen Dank für das Zitat. Leider muss ich den Autor enttäuschen: Ich habe dieses Blog noch nie gesehen, kenne keine Thesen aus dem Jahr 2010 und verfolge die Debatte um privatisierte öffentliche Räume auch schon länger als nur die letzten 1,5 Jahre. Insofern konnte ich leider auch nicht dieses Blog zitieren.

    1. Danke sehr für Deine Rückmeldung. Umgekehrt hatte ich mich mit meinen Thesen zu keinem Zeitpunkt auf andere Stimmen bezogen und ich kenne auch keine anderen, deshalb gehe ich durchaus davon aus, daß mein Blog der Ausgangspunkt war – was mich, wie gesagt, freut, denn es ist wichtig, diese Gedanken in die Diskussion zu tragen.

    1. Warum neue? Weil „alles Neue besser ist als alles Alte“? Es gibt immer noch die alten öffentlichen Raume Mailinglisten, Usenet und IRC. Man kann sie wieder verstärkt nutzen. Wer unbedingt auf soziale Netzwerke Wert legt, kann Diaspora und Identi.ca statt Facebook und Twitter nutzen. Es wird aber nicht mehr „einen“ virtuellen Raum geben, in dem sich alle treffen. Entscheidend ist, daß es ein öffentlicher, kein privater Raum ist, in dem man sich trifft.

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