Das oberste Hundertstel hat am meisten profitiert

von schneeschmelze

Die OECD hat heute eine Studie veröffentlicht, der zufolge die Einkommensverteilung in den OECD-Ländern insgesamt zugenommen hat, in Deutschland sei die Zunahme aber seit 1990 noch erheblich stärker gewesen als anderswo. Das oberste Zehntel nimmt achtmal mehr ein als das unterste Zehntel der Statistik. Besonders die seit der rot-grünen Bundesregierung betriebene Steuerpolitik hat diesen Trend in Deutschland verschärft. Ulrike Hermann weist aber in der taz darauf hin, daß die Studie das tatsächliche Ausmaß der Zunahme der Ungleichverteilung hierzulande noch verdeckt, indem sie nämlich das oberste Zehntel der Einkommensbezieher nur insgesamt betrachtet. Sie zitiert Ergebnisse der Volkswirte Stefan Bach, Giacomo Corneo und Viktor Steiner, die in einer im Juni 2011 veröffentlichten Studie ausgerechnet hatten, daß das oberste Hundertstel der Stichprobe besonders stark von der deutschen Steuerpolitik profitiert habe, „…wobei die reichsten 0,0001 Prozent besonders profitiert haben. Zwischen 1992 und 2005 fiel die Steuerquote des obersten Prozents um 27 Prozent – bei den Superreichen waren es sogar 34 Prozent. Alle anderen wurden gar nicht oder nur minimal entlastet.“ Die OECD empfiehlt, die Reichen wieder stärker zu besteuern.