Der Wanderer XXII

von schneeschmelze

Es war viel Anfang, und folglich auch viel Aufhören im vergangenen Jahr, denn wenn Neues kommt, muß Altes gehen, an dessen Stelle das Neue tritt, um es zu ersetzen. Ich war auf dem Zauberberg zu Gast, mehrmals, und in der Folge habe ich neue Gärten gepflanzt, wenn es auch keine unmöglichen Gärten waren, wie man es mir empfohlen hatte. Vielleicht kommen sie als nächstes an die Reihe. Es wäre so schön.

Die Natur ist kahl und kalt derzeit, ich vermisse die Blätter und die Blumen sehr, und ich wünschte, es wäre bald wieder Frühling. Immerhin ist dies ein Winter der Klarheit, des Im-Einklang-mit-mir-seins. Es ist ein Winter der Achtsamkeit, weil es ein Jahr der Achtsamkeit war. Die Tage werden schon wieder länger.

Weihnachten ist ein Fest des Lichts in der Finsternis. Darum geht es letztlich aber immer, nicht nur zu dieser Zeit und aus diesem Grund. Man muß wissen, auf welcher Seite man steht. Man muß auf der Seite des Lichts stehen. Man muß Licht sein, denn Dunkel zu sein, hieße, zu leiden, aber auch: Schwach zu sein. Die Dunkelheit kann dem Licht nichts anhaben, denn es ist stärker und es hört nie auf zu strahlen im Innern. Das Licht ist das Leben, und: Es ist diesseits, es geht vorwärts, immer. Es verströmt sich auch nie.

Die Lösungen liegen nicht im Gestern, sondern in der Gegenwart, in diesem Moment. Im Licht, in der Stille, in der Überlegung und im Gefühl. Kairos.