Webzwonull revisited VI

von schneeschmelze

Eine Momentaufnahme zu den sozialen Netzwerken: Habe heute abend mein Konto bei Identi.ca gelöscht. Die Gemeinde schwand seit längerem, und die Verfügbarkeit ist leider mangelhaft. Meine Timeline wurde immer lebloser. Das Upgrade auf StatusNet 1.0 war ein Einschnitt für die Gemeinde: XMPP fiel (vorläufig?) weg. Ganz schlechtes Weblayout. Und die Ausfälle nahmen immer mehr zu. Been there, seen that.

Früher waren alle bei Xing, dann bei Facebook, jetzt auf Twitter. Und wenn es so weitergeht, folgt Diaspora auch bald auf dem Weg, den Identi.ca eingeschlagen hat. Viele haben sich dort in den letzten Wochen mal umgeschaut und sind dann wieder gegangen, weil es anderswo so viel bunter ist als hier oder weil es hier (noch) keinen Chat gibt oder warum auch immer.

Genaugenommen ist Twitter das einzige Netzwerk, das immer noch durchläuft. Und Facebook verbleibt für die unkritische Masse, natürlich.

Google+ zeigt sich derzeit uneinheitlich: Manche sind ganz dorthin gewechselt, es gibt aber auch viele bereits wieder verwaiste Accounts, die meistens seit August/September nicht mehr genutzt worden sind.

Vielleicht könnte man auch sagen: Der Umgang mit sozialen Netzwerken ist in gewisser Weise reifer geworden. Man erwartet nicht mehr, alle am selben Ort zu erreichen, und es ist alles sehr viel ruhiger geworden, die hysterische Aufgeregtheit aus der Gründerzeit ist raus. Andererseits präsentiert sich der Netizen 2011/2012 gut bürgerlich und proper – dazu liefert Google+ die porentief reine Verpackung. Am deutlichsten erkennbar bei den Seiten „über mich“: Stolz setzt man sich hier vom Prekariat ab und zeigt, was man so alles erreicht hat, mal mehr, mal weniger locker formuliert.

Aber das ist nur so eine Momentaufnahme, andere mögen es anders sehen.