Das Börsenblatt feiert die Onleihe II

von schneeschmelze

Das Börsenblatt hat in der Ausgabe 14/2012 auf Seite 14 den zweiten Teil meines Kommentars zur Onleihe leicht gekürzt abgedruckt. Der Verleger Matthias Ulmer hatte mich um eine Empfehlung beim Umgang mit der Onleihe der DiViBib gebeten: „Sollen die Verlage ihr Angebot aus der Onleihe zurückziehen? Und welches Angebot soll das ersetzen?“

„Den Verlagen brauche ich nichts zu empfehlen. Sie handeln unternehmerisch, außerdem sind sich die guten Verleger auch immer ihrer Rolle als Vermittler von Kultur bewußt gewesen, und Sie wissen selbst, was Sie zu tun haben.

Ich empfehle aber den Bibliotheken, diesen Unfug nicht bedenkenlos mitzumachen. Die Bestände in den Bibliotheken leiden heute schon unter der Onleihe, schlicht weil jeder Euro, der für Anschaffungen ausgegeben wird, nur einmal zur Verfügung steht. Es nimmt bei den teilnehmenden Bibliotheken zu, daß Titel, die man nur noch über die Onleihe bekommt, nicht mehr in Print angeschafft werden. Siehe oben: Dadurch veröden unsere Bibliotheken, dadurch geht aber auch unsere Lesekultur flöten. Ich sehe das ganz konkret in unserer Bibliothek – immer noch eine der besten in dieser Größenordnung bundesweit.

Wenn dafür so viel Steuergelder draufgehen, können die Bibliotheken auch Forderungen an die Verlage stellen. Wer nicht darauf eingehen will, der möge es sein lassen. Aber es ist doch einfach ein Unding, daß man diesen Unfug mit DRM, Ausdruckverbot und 24 Ausleihen am Tag und bitte nicht eine mehr! sich mit ansehen muß.“