Nachdenken über das Drachenwesen VII

Heute morgen mit zwei Drachen gekämpft. Der eine war giftgrün, er log, biß und spie Feuer. Der andere hatte ein blutverschmiertes und ganz deformiertes gelbes Gesicht. Den kannte ich noch von früher, als er noch ein kleinerer Drache war. In rasendem Stillstand saß ich mit diesen Drachen und ihren Drachenkindern an einem runden Tisch, der viele Ecken hatte, und auch die Wände in dem Zimmer waren gelb angestrichen und leuchteten laut und schmierig. Es stank zum Boden, und von der Decke klebte es Maikäfer in den See, auf dem wir pflügten. Die Fenster waren geschlossen, so daß die Zeitungen auf der Ablage rechts in der Soße blubberten, die überall von den Wänden rann. So eine braune, gelbbraune, braunschwarze oder ganz schwarze Soße, manchmal war sie auch grün oder grünbeige, ein helles beige, wenn sie aus den Poren kam, aus der Wand, an der Mauer, da drüben. Jemand ging mir durch den Kopf, aber es war kein Bergsteiger, denn der See war zugefroren, hellblau und weiß war er mitten unter uns, und ich sägte die schönste Stelle heraus, um sie mir mitzunehmen, bevor sie geschmolzen wäre.

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2 Kommentare zu „Nachdenken über das Drachenwesen VII“

    1. Danke, Du hast es erfaßt. Der Albtraum dauerte 35 Minuten, ich trage ihn den ganzen Tag mit mir herum, und vorhin hatte ich gefühlt, daß ich mich auf diese Weise vielleicht von ihm lösen könnte. Es ist teilweise gelungen. Ich verstehe jetzt etwas besser, was dabei passiert ist. Beuys hat Recht: Nur die Kunst kann das Leben verändern.

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