Abschied von den Eltern II

von schneeschmelze

Gibt es einen „richtigen“ Umgang mit Trauer? Die Frage erinnert an den Versuch über das „‚richtige‘ Leben im Falschen“. Man kann es nur falsch machen. Wenn die Vernunft versagt, weil die Depression stärker ist als gewöhnlich. Das Hörspiel „Der Tod meines Vaters“ von Hans Noever (1971) fällt mir wieder ein: Das ständige Wieder-Erzählen und Wieder-Erinnern, wie es war, als es passiert ist. Wie es anders hätte sein können. Wie es hätte sein sollen. Warum es gut war, wie es gekommen ist. Und was daran nicht richtig ist. Wahrscheinlich war es ganz anders, nämlich so. Diese ständige Wiederholung ist der Versuch einer Selbsttröstung und gleichzeitig eine Erforschung verschiedener Perspektiven auf dasselbe unerhörte Ereignis. Also endet die Woche ganz anders als erwartet. Wirklich?