Jedenfalls kein Massenmedium

von schneeschmelze

Vom Insolvenzantrag der FR hatte ich als erstes aus meiner Beobachtungsliste in Wikipedia erfahren: Plötzlich viele Bearbeitungen des Artikels, was war denn da passiert? Bei anderen mögen an dieser Stelle die unterschiedlichsten sozialen Netzwerke oder Blogs stehen. Aber jedenfalls kein Massenmedium. Und erst recht keine Zeitung. Da wundert mich der Insolvenzantrag nicht.

Mittlerweile glaube ich auch, daß Journalismus als Beruf am ehesten noch in der Form einer gemeinnützigen Stiftung eine Zukunft haben könnte, funktionierende kommerzielle Modelle (jenseits von Abschreibungsobjekten) wird es aber immer seltener geben. Kritischer Journalismus sollte versuchen, sich über Crowdfunding und Spenden online zu organisieren, gegebenenfalls auch mit einem eigenen Förderverein, der das Spendensammeln für alle organisiert – wenn den Lesern dadurch mehr geboten werden kann als durch Blogs allein schon möglich ist.

Wenn die Verlage zunehmend keine attraktiven Produkte mehr anbieten können, bleibt es der Zivilgesellschaft, sich selbst zusammenzufinden und sich gegenseitig zu informieren. Und das klappt jetzt schon seit Jahren, und immer besser. Es kann über alle Kanäle im Web 2.0 laufen: Blogs, Twitter, auch Wikis eignen sich dazu, siehe oben. Und das kann durchaus auch zu einer sehr viel wirksamerem Kontrolle von Politik führen als die früheren kommerziellen Strukturen.

Die Pressefreiheit war schon immer die Freiheit ganz weniger Verleger, ihre Meinung veröffentlichen zu dürfen. Rundfunk und Presse sind parteipolitisch in Besitz genommen und vielfach in politische Abläufe strategisch eingebunden und verstrickt. Die Abhängigkeit von Werbung tat ein übriges, ihre Inhalte auf bestimmte Linien einzuschränken. Deshalb bin ich als Bürger optimistisch, wenn deren Einfluß schwindet und etwas anderes an ihre Stelle tritt, wie eingangs beschrieben.

Kommentar bei: Carta. 22. November 2012. – Mit Dank fürs Redigieren. ;)