Abschied von Xing II

von schneeschmelze

Was passiert, wenn man sich bei einem etwas aus der Mode gekommenen sozialen Netzwerk abmeldet? Viermal gab es auf Google+ ein beherztes „+1“ ohne weitere Anmerkungen. Außerdem entspann sich dort ein längerer privater Dialog am Rande der Mitteilung. Derselbe Text in meinem Blog führte zu einem knappen Dialog in den Kommentaren mit einem weiteren Online-Bekannten. Weitere Real-Life-Bekannte hatte ich über Wikipedia per Wikimail informiert, mein derzeit mit Abstand aktivstes „soziales Netzwerk“. Hier gab es Reaktionen per E-Mail.

Das Web 2.0 hat sich ausdifferenziert. Es gibt definitiv keine Catch-all-Netzwerke mehr, über die man mit allen Bekannten verbunden wäre. Viele Kanäle werden benötigt, um alle zu erreichen, gerade auch zum Abschied. Nur eines ist sicher: Über Xing hätte ich – umgekehrt – niemals mitgeteilt, daß ich mich von einem anderen Netzwerk zurückgezogen hätte. Es war von vornherein gar kein Netzwerk, weil es die volle Kommunikationsfunktion der Plattform nur für zahlende Kunden bereitstellt. Es war ein bloßes Adreßbuch – und damit war es am Ende entbehrlich geworden. Das pflegt man besser lokal. Am praktischsten in einem Notizbuch, das auch ganz ohne Computer funktioniert.

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