„Ich habe keinen Fehler entdeckt“

von schneeschmelze

Beim Stöbern auf SoundCloud stoße ich auf ein Interview, das von SWRinfo mit Wolfgang Clement vor vier Monaten geführt worden war. In seinen Worten kommt die ganze Kälte der Hartz-IV-SPD mit wünschenswerter Deutlichkeit zum Ausdruck. Auch wenn Clement die SPD mittlerweile verlassen hat: Er verkörpert weiterhin eine Seite dieser Partei, die sich auch in dem nunmehrigen Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück wieder zeigt, dem ebenfalls das Verständnis für soziale Belange vollkommen fehlt. Neun Monate vor der nächsten Bundestagswahl lohnt es sich, ein Interview wie dieses zu hören. Es ist ganz sicherlich meinungsbildend, deshalb gebe ich es weiter.

Diesem Interview möchte ich die neueste Folge des Podcasts von Torsten Larbig auf Audioboo gegenüberstellen. Er kommt aufgrund von alltäglichen Beobachtungen zum Strukturwandel von der industriellen Gesellschaft hin zur digitalen Gesellschaft zu dem Ergebnis: „Im Augenblick wird eine neue Gesellschaft geschaffen, in der vieles neu verhandelt werden muß.“ Die Überlegungen, die er dabei anstellt, sind so differenziert ausgefallen, daß die Plattheit, die technokratische Kälte und der ganze Unverstand des obigen Politikersprechs offen hervortreten. Der Kontrast könnte nicht deutlicher sein. Ich leide unter diesem Kontrast, denn ich empfinde das Niveau solcher politischen Diskurse wie des clementschen als eine wahre Zumutung, die ich mir als Bürger verbitten möchte.