Abschied von den Eltern IV

von schneeschmelze

Die Anzeige und die Danksagung hängen nicht mehr an der Pinwand, als ich in das Haus hereinkomme. Wieder scheint die Sonne warm in die Wohnung herein. Zum letzten Mal höre ich die Klingel und öffne. Durch Flur und Zimmer gehen, zum Fenster mit dem schönen weiten Blick nach Süden auf die Stadt. „Gebrauchsspuren“ bleiben zurück, heißt es im Protokoll. Und Putzmittel und ein Besen. Das sind alle Schlüssel, die ich habe. Die ich hatte. Zahlen. Notizen. Unterschriften auf der Fensterbank. Das weitere Procedere. Die Tür fällt ins Schloß. Sie wird nicht abgeschlossen, als wir gehen. Merkwürdig. Die Fußmatte bleibt liegen. Eine letzte Fahrt im Aufzug nach unten. Einmal noch die Treppe. Der Briefkasten, ohne Schild zurückgelassen. Verwische die Spuren. Die Tür am Eingang fährt automatisch auf und zu. Eine große und unerwartete Erleichterung, bevor ich mich endlich der wirklich letzten Wohnung zuwenden kann. Auch Letztes geht zuende. Ist zuende gegangen. Und doch nicht ganz. Und doch nicht.