Der kurze Brief vom langen Abschied von Wikiversity

Wikiversity wird derzeit von etwa einer Handvoll Professoren für den Hochschulunterricht aktiv genutzt, außerdem von wenigen Schullehrern. Als E-Learning-Plattform ist Wikiversity veraltet, weil Multimedia-Inhalte außerhalb von Commons und Applets nicht eingebunden werden können. Die Wikimedia Foundation stellt die hierzu erforderlichen Plugins und Extensions aus einer Reihe von Gründen nicht bereit. Hinzu kommt die allgemeine Entwicklung im E-Learning. Universitäten und engagierte Schulen betreiben heute ihre eigenen Plattformen. Wikiversity bietet heute fast ausschließlich Nischenfächern eine Plattform, und es ist nicht absehbar, daß ihre Bedeutung je noch einmal hierüber hinaus gehen könnte.

Der in der neueren Diskussion in der Wikiversity-Cafeteria angedachte Rückbau der alten Strukturen, die im Jahr 2008 aufgebaut worden waren, wäre sehr aufwendig, während ein Nutzen genaugenommen aber nicht ersichtlich ist. Die heutigen Benutzer stört es nicht, daß der Rest des Wikis weitgehend tot und unnütz hier herumsteht, und neue Benutzer würden durch einen solchen Umbau nach Lage der Dinge ganz sicherlich nicht angezogen. Der Umbau wäre aber für die Administratoren mit sehr viel Arbeit verbunden. Das wäre nicht vertretbar.

Ich sehe deshalb meine Aufgabe als Pedell auf Wikiversity darin, die aktuelle Arbeit zu begleiten und das Wiki soweit wie nötig weiter zu pflegen. Ein Entwicklungspotential sehe ich nicht. Das Projekt:Wikiversity wiederbeleben wird deshalb von mir mangels Erfolgsaussicht nicht mehr weiter verfolgt. Der letzte macht das Licht aus. Ich hielte es für erwägenswert, die deutschsprachige Wikiversity auf dem derzeitigen Stand einzufrieren.

Zuerst in der Diskussion auf Wikiversity, 24. März 2013.

Advertisements

3 Kommentare zu „Der kurze Brief vom langen Abschied von Wikiversity“

  1. Es ist schon traurig, weil bei der Gründung eigentlich eine neue Art von Universität angedacht war: Ein Ort mit Platz für lehren, lernen, diskutieren, denken, und neues erzeugen. Schnell zogen aber die Leute ein, die versuchten die bekannten Universitäten nachzubauen mit Fachbereiche und Fächer und allerhand leere Seiten. Und dann, wie hier beschrieben, gab es keine wirkliche Weiterentwicklungen bei der Technik.

  2. Es ist zwar sauschade, aber ich sehe auch keine Möglichkeit, eine Community zu erzeugen, wo sich über Jahre hinweg keine gebildet hat. Einmal tot, immer tot. Insofern: Zustimmung.

    1. Ich glaube, das genau ist das Problem: Das Netz organisiert sich selbst, man kann es nicht irgendwie steuern. Wenn die Benutzer nicht von selbst kommen, kommen sie gar nicht.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.