A passport to polite society

von schneeschmelze

Das, wie man bisweilen im Jargon sagt, „ausgewürfelte“ Strafmaß für den H ist natürlich viel zu niedrig angesetzt worden: Etwa ein Jahr pro 10 Millionen hinterzogene Euro. Abzüglich „guter Führung“ usw. wird das auf eineinhalb Jahre Haft hinauslaufen, schätze ich jetzt einfach mal so. Und das ist einfach zu wenig für soviel kriminelle Energie, wie der H sie hatte.

Der Vergleich mit dem jugendlichen Schwarzfahrer, der im Alter von 16 Jahren zu 2 Jahren und 10 Monaten Haft verurteilt worden ist, erinnert mich an meine Zeit als Referendar beim Jugendrichter: Je besser der Angeklagte integriert war, je besser seine soziale Herkunft, desto niedriger fiel das Strafmaß aus. Und wer wäre besser sozial integriert als er, der H? Es gibt einen eigenen Wirtschaftszweig, der Dienstleistungen für solche Leute anbietet, und money, wußte schon Ambrose Bierce im „Wörterbuch des Teufels“, ist ein passport to polite society. Das wird ihn auch die nächsten Jahre erträglich gestalten lassen.

Und danach? Wird er resozialisiert, der H. Mit Sozialarbeiter und allem, was dazugehört. – Echt?

Und doch. Erinnert sei noch einmal an das Bild von Al Capones Zelle im Gefängnis von Philadelphia (Pennsylvania). Nach dem Abendessen habe er gerne Walzer gehört, heißt es. Ein denkwürdiges Photo:

Al Capone's Cell In Eastern State Penitentiary

Zuerst als Kommentar in Giesbert Damaschkes „Notizen“, 14. Dezember 2014. Leicht redigiert und ergänzt. – Bild von Mike Graham aus Portland, USA (Flickr) [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons.