Jaron Lanier

von schneeschmelze

Jaron Lanier rockt sehr. Von den Bildern zu schließen, die bisher von ihm in Zeitungen und auf Websites veröffentlicht wurden, hätte ich nicht gedacht, daß er so lebendig daherkommt. Völlig locker und behende, trotz der ungeheuren Leibesfülle, lief er heute mittag durch das Foyer der Halle 5.1 auf der Frankfurter Buchmesse, bevor er von dem konservativen Wolfgang Herles auf dem „Blauen Sofa“ interviewt wurde. Und die Sonne kam heraus und schien warm durch die Scheiben links vom Podium. Das ZDF produzierte die Sendung mit vier Kameras, zwei davon statisch an der Decke aufgehängt, eine total, eine auf das Tischchen gerichtet, auf dem das Buch abgestellt wird, um das es in dem Gespräch geht. Grelles, aber kaltes Licht aus den Scheinwerfern, trotz der Sonne.

Die etwas fahrige Unterhaltung ist übrigens in der Aufzeichnung sehr viel besser zu verstehen als vor Ort. Die Umgebung ist sehr laut, man muß sich stark konzentrieren, um dem Gespräch zu folgen. Die Hintergrundgeräusche werden bei der Aufnahme wohl ausgefiltert. Erst zum Ende hin wurde es leiser, als Lanier auf einem exotischen Musikinstrument blies, das er mitgebracht hatte. Das wiederum kam vor Ort sehr viel besser rüber. Er will auch bei der Verleihung des Friedenspreises darauf spielen.

Zu Wikipedia, die er in dem Gespräch kurz erwähnt, äußerte er sich übrigens im Mai 2006 auf edge.org kritisch: Digital Maoism: The Hazards of the New Online Collectivism.