Die Gedanken sind frei

Der Verband deutscher Schriftsteller (VS) hat die neue Vergütungsregelung von Amazon kritisiert. Indem Amazon bei E-Books von einer Abrechnung per Download auf eine Vergütung pro tatsächlich gelesener Seite umstelle, kontrolliere der Händler die Gedankenfreiheit. Darin liege ein kontrollierender Eingriff in den intimen Dialog des Lesers mit dem Buch und das damit verbundene Verhältnis zum Autor, der sich auch auf den durch individuelles Leseverhalten geprägten Schreibprozess der Autoren auswirke. Der Autor müsse prioritär darauf gerichtet sein, die Leserinnen und Leser kontinuierlich im „Cliffhängerstil“ von einer Seite zur nächsten zu treiben. Aber dazu gehören ja zwei: Einer, der treibt, und einer, der sich treiben läßt. (via DRadio Kultur).

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2 Kommentare zu „Die Gedanken sind frei“

  1. Also vorab: Ich finde das auch unmöglich (aus der Sicht des Leser). Aber ich habe die Vermutung, dass Amazon bei diesen speziellen Vertriebsmodellen (Leihe und Flatrate, oder wie auch immer die offizielle Bezeichnung lautet) Missbrauch vereiteln will.

    Denn es ist schier unglaublich, wie viel Schrott einem da bei E-Books angeboten wird. Da scheint das »Geschäftsmodell« der Autoren mehr oder weniger darin zu bestehen, dem arglosen Leser völlig wertloses Material, praktisch Blindtext, unterzujubeln: Der Kindle-Nutzer ärgert sich nicht großartig, denn es kostet ja nichts extra, aber der »Anbieter« sackt ein paar halbe Cent ein.

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