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„Basquiat: Boom For Real“ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt am Main

Die Schirn empfängt mit großen Bildern, mit Wänden voller Text, auf Mauern und auf Bretter und auf Leinwände geschrieben, geschmiert, gesprüht in den 1980er Jahren in New York. Als hierzulande über die Graffiti des Sprayers von Zürich diskutiert wurde: Darf man das, zivilrechtlich, strafrechtlich, und ist das Kunst?

Es war eine enorm politische Zeit damals: Post-68, Umweltbewegung, Frauenbewegung, Friedensbewegung, stell‘ dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin, die sogenannte geistig-moralische Wende in Deutschland-West, in den USA und in Großbritannien vor allem, das Volkszählungsurteil, der NATO-Doppelbeschluss, AIDS, das Privatfernsehen und das Kabelfernsehen, ein Atomkraftwerk in der Ukraine, und am Ende ein Börsenkrach, ein explodiertes Space Shuttle und das Ende des Kalten Kriegs. Eine Ahnung der bevorstehenden transnationalen Verflechtung wurde sichtbar am Horizont. Von alledem ist diese deutsch-britische Ausstellung ganz weit entfernt, so weit, weiter geht es nicht mehr. Ahistorisch und hermetisch wird eine New Yorker Künstlerszene in Clubs und sonstiger Bohème vorgeführt, die sich selbst genug ist und die sich um sich selber dreht, als gäbe es die Welt da draußen gar nicht. Oder nur als Drogenlieferant. Ich glotz‘ TV.

Jean-Michel Basquiat schrieb Tagebuch und begann zu kritzeln – und immer mehr zu malen. Er war modern, denn – und hier überschneiden sich unsere und seine Welt einmal – er bediente sich moderner Technik (Farbkopierer, Polaroid) und er nutzte moderne Technik zu seiner Inspiration bei der Arbeit (Fernsehen, Videorekorder). Kein Internet, natürlich, obwohl es das damals ja auch schon gab. Der Hip-Hop aus den New Yorker Ghettos, und immer wieder der Jazz. Und Texte. Pop-Texte. Eine merkwürdig krude und derbe Typografie, die man schwer vergisst. Wiederholungen. Taggen und rappen. Ein Remix aus Popkultur, der über elektronische Medien verbreitet wird und der seitdem nicht mehr aufgehört hat. Geschwindigkeit und leuchtende Bildschirme und Musik. Und bei uns kommt der Strom aus der Steckdose.

Man muss das nicht mögen. Es ist ist einfach da. Und es ist unerbittlich und laut und hart und schwer erträglich. Und es geht nicht mehr weg.

Die Schirn, nach den Worten von Jean-Christophe Ammann „die längste Kegelbahn der Welt“, ist für diese Ausstellung nochmal länger gemacht worden. Wie ein dunkler, warmer Darm voller Musik und Bewegung mäandert sich der Weg zwischen den eng gestellten Wänden von Eingang bis zum Ende der Schau, wo dann noch ein Film läuft, alles sehr akut und heute, am ersten Tag, gedrängt voller Menschen, die diese millionenschwere Show sehen wollten. Es soll sich um die teuerste Ausstellung handeln, die die Schirn jemals hatte versichern lassen, und das geht natürlich nicht ganz geräuschlos vonstatten: Man darf keine Taschen mit in die Ausstellung nehmen, und die Garderobe ist so belastet, dass Absperrbänder den Weg weisen und auch die Schließfächer nicht allgemein zur Verfügung stehen, sondern von den Garderobièren belegt werden. So die Auflagen. Die spinnen, die Amis, um nochmal einen Begriff aus den 1980ern aufzugreifen.

Die Bilder sind übrigens erstaunlich schlecht. Sie sind handwerklich schlecht gemacht, sie lassen jeden Ausdruck vermissen, und sie sind ganz schlicht scheußlich – wie die 1980er Jahre eben waren, ein Jahrzehnt, das reaktionär war wie man es sich heute kaum noch vorstellen kann. Damals begann der große Reichtum der wenigen, des einen Prozents, maximal, das sich heute diese Bilder für Millionen Dollar ersteigert. Dekadent und peinlich war das und ist es heute immer noch. Der lange Sommer der Bourgeoisie.

Darf man das, und ist das Kunst?

Man muss das nicht mögen. Es ist ist einfach da. Und es ist unerbittlich und laut und hart und schwer erträglich. Und es geht nicht mehr weg.

Geht nicht mehr weg, wie einem das Krönchen nicht aus dem Sinn geht, das im Spätwerk auftaucht, in verschiedenen Größen, mal schwarz auf braun, mal weiß auf schwarz. Oder der kleine Origami-Elefant beim Saxophon.

Und ist das Kunst? Man muss das nicht mögen. Es ist ist einfach da.

Mir hat es nicht gefallen.

Basquiat. Boom For Real“. Bis 27. Mai 2018 in der Schirn Kunsthalle Frankfurt am Main. Eine Ausstellung des Barbican Centre, London, in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt. Kuratiert von Dr. Dieter Buchhart und Eleanor Nairne, Barbican Art Gallery, London. Katalog im Prestel-Verlag, München. Digitorial und Pressetext.

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Twoday.net, 2003–2018

Die Bloggerplattform Twoday.net schließt zum Ende des Monats Mai 2018, und man sieht mit einem Blick auf Twingly, dass immer noch ein tiefer Riss durch das Web geht – zwischen den Netizens und den Geschäftemachern.

Als vor etwa einem Jahr das Open Directory Projekt DMOZ zumachte, waren es die Werbe-Spammer, die es als erste kühl und auch ein wenig herablassend vermeldeten. Nun, da es Twoday.net trifft, sind es dagegen die kleinen Blogger, die in meist recht emotionalen Blogposts ihrem liebgewonnenen Hoster nachtrauern.

Beispielhaft etwa dieser deftige Beitrag von Bonanzamargot in Anlehnung an Charles Bukowski (weiß eigentlich heute noch jemand, wer das war?). Lange genug ließ man uns Blogger im Ungewissen. Bukowski würde wahrscheinlich sagen: Das war ein verdammt langer Schiss! Sie hätte sich gewünscht, dass die Betreiber von Twoday.net Gründe angegeben hätten für ihre Entscheidung: Wenn man sich überlegt, mit wie viel Herzblut die Blogger auf Twoday unterwegs waren, über Jahre einen kahlen, vorgegebenen Raum mit ihren Inhalten auskleideten und mit Leben füllten…, da stimmt mich dieses Ende nicht nur traurig, sondern es macht mich gewissermaßen auch wütend! Aber auch in den LitBlogs wird des Endes von Twoday.net gedacht, und es werden auch schon die ersten Umzüge angezeigt.

Twoday.net war die erste Adresse, als man bei Antville.org in der Hochzeit des Web-2.0-Booms wegen Überlastung kein neues Blog mehr einrichten konnte. Und bis 2008 wurden dort 46353 Weblogs (sic! so sagte man damals) gehostet. Innerhalb von nur fünf Jahren, wohlgemerkt, waren sie eröffnet worden.

Und jetzt diskutiert die Antville-Gemeinde, ob sie sich um die verbliebenen Twoday.net-Blogger kümmern könne. Ich fände das schön, denn es ist wichtig, die idealistischen Nischen des Netzes zu pflegen und lebendig zu erhalten.

DMOZ hat übrigens ein Nachfolgeprojekt erhalten: Curlie, ein süßes rotes Eichhörnchen, sammelt jetzt die URLs in einem Web-Verzeichnis. Und statische Kopien des letzten Stands von DMOZ gibt es hier und hier.

Totgesagte leben länger.

Die Onleihe, die E-Papers, das DRM und der Schwarze Peter

Merkwürdig ruhig geworden ist es in den Biblioblogs zum Thema Onleihe. Dabei geht es schon seit über einem Monat ziemlich hoch her, und wenn ich nichts Besseres zu tun gehabt hätte, wäre ich, nachdem ich sie von Anfang an kritisch begleitet hatte, selbstverständlich auch bei den ersten gewesen, die die Probleme mit der EKZ-Tochter Divibib zum Thema gemacht hätte. Aber das kann man ja noch noch in Ruhe nachholen, denn so schnell läuft sie uns nicht weg. Was ist also passiert?

Man kann guten Gewissens sagen, dass die Onleihe jetzt endgültig kaputt ist, und zwar ausgerechnet kurz vor dem Weihnachtsfest, wenn also ganz viele Benutzer endlich die Zeit haben, sich einmal umzuschauen, vielleicht auch mal mit neuen Geräten etwas Neues auszuprobieren und im Angebot zu stöbern und wenn die digitalen Lösungen besonders wichtig werden, weil die Präsenzangebote wegen der Feiertagsschließung vielerorts nicht zugänglich sind.

Die Divibib behauptet – bisher ohne Quellenangabe –, Adobe habe angekündigt, die Weiterentwicklung des DRM bei seinem Adobe Reader einzustellen. In vorauseilendem Gehorsam – anderer Version: weit und weise vorausschauend – stelle man deshalb schon heute die Bereitstellung von PDFs für die E-Papers in der Onleihe um. Jedenfalls aber bis März 2018 komplett. Dort gab es bisher PDFs, die man im Reader öffnen konnte. Neuerdings kann man nur noch PDFs herunterladen, die in dem E-Book-Programm Adobe Digital Editions zu öffnen sind.

So weit, so gut, könnte man denken. Nimmt man halt ein anderes Programm, und gut ists. So ist es aber nicht.

Es fängt damit an, dass die PDFs, die die Presseverlage derzeit freigeben, in der aktuellen Version 4.5.7 von Adobe Digital Editions (ADE) nicht zu öffnen sind. E-Books gehen (meist?), aber E-Papers nicht. ADE zeigt nur leere Seiten an. Im Fall der FAZ sieht das dann so aus:

Ansicht der FAZ aus der Onleihe in ADE 4.5.7 am 15. Dezember 2017

Deshalb empfiehlt die Onleihe per Dauereinblendung in ihrem User-Forum offiziell ein Downgrade auf Version 4.5.6 – trotz der damit verbundenen Sicherheitslücken, die man sich mit einer veralteten Version auf sein System holen würde und die, wie es bei Exploits eben so üblich ist, auch schon ausgenutzt werden, weil sie entsprechend bekannt gemacht worden sind. Wer das nicht wagt, kann bis auf weiteres keine E-Papers mehr über die Onleihe lesen. Dieses Problem betrifft alle Benutzer auf allen Plattformen.

Banner im User-Forum der Onleihe in diesen Tagen

Wenn man das denn Lesen nennen will. Denn das Navigieren in einem ADE-PDF ist etwas ganz anderes als bei einem Reader-PDF. Adobe Digital Editions ist offensichtlich nicht dafür ausgelegt, mit so großen grafisch gestalteten Seiten zu arbeiten. Das Scrollen funktioniert nur wie in Zeitlupe, ist für den täglichen Gebrauch zur flüssigen Zeitungslektüre daher unbrauchbar. Es liegt auch nicht am eigenen System: Eine 30 MB große PDF-Datei belegt auf meinem Rechner mit ADE genau 33 MB Arbeitsspeicher. ADE ist einfach eine Schnecke, weil das Programm ja vor allem dazu dient, Bleiwüsten im Format EPUB darzustellen, was etwas ganz anderes ist.

Auf dem Mac kommt hinzu, dass ADE hier schon seit 2014 nicht mehr ordentlich funktioniert. Die ACSM-Datei wird noch heruntergeladen und ADE wird geöffnet. Nach dem Download der Zieldatei hängt sich Adobe Digital Editions aber zuverlässig auf und legt sich dann schlafen wie ein Eichhörnchen, das zur Winterruhe gefunden hat. Bis man es über das Apfel-Menü abschießt. Die EPUB- oder die PDF-Datei findet man dann im Digital-Editions-Verzeichnis. Man kann sie in der Regel in ADE öffnen und in dessen Bibliothek importieren – sofern es kein E-Papier ist, das funktioniert – siehe oben – nur mit älteren Versionen. Die letzte Version, die man auf dem Mac nutzen kann, ist derzeit, wie man liest, wohl ADE 4.0.3 aus dem Februar 2015. Die Situation hat sich damit nochmals erheblich verschlechtert – wobei die FAQ der Onleihe zu dem Thema „Onleihe auf dem Mac“ für sich genommen schon immer legendär zu nennen war. Schon heute darf sie als ein Klassiker der Netzkultur gelten.

Die Onleihe bietet zur Jahreswende 2017/18 also ein wirklich desolates Bild. Nur wer sich in ein Software-Museum zurückzieht, kann darüber noch E-Papers lesen. Die Probleme bei den E-Books seien nicht ganz so schlimm – aber das weiß man ja immer erst, wenn man versucht, eine bestimmte Datei zu öffnen. Man muss abwarten, was einen dann erwartet und von Fall zu Fall schauen, ob es geht und was damit geht.

Dementsprechend ist der Unmut der Benutzer im User-Forum der Onleihe. Dort geht es schon wochenlang hoch her. Die Moderatoren und die sonstigen Support-Kräfte kommen kaum hinterher. Ehrlicherweise sollte man sagen, dass die Ausleihe von E-Papers faktisch eingestellt worden sei, schreibt dort ein User:

„Nach all den vielen Beiträgen muss man doch den Schluss ziehen, dass keine ePapers mehr für Normalnutzer, die nicht in die Trickkiste greifen können oder wollen, angeboten werden. Das gilt zumindest für die großformatigen Tageszeitungen. Ein vernünftiges Lesen ist nicht mehr möglich, egal mit welcher Hardware, mit welchem Betriebssystem und mit welchem Leseprogramm.“

Andere posten Links zu den veralteten ADE-Versionen und Anleitungen, die angeblich noch gehen. Ungeübte Benutzer fragen etwas schüchtern, woran es denn liege, dass man die Onleihe nicht mehr nutzen könne. Der Sohn habe doch alles so formidabel eingerichtet, und jetzt klappt es nicht?

Und auch die Bibliotheken reagieren langsam. Eine teilte einem Benutzer mit:

„…der Onleiheverbund der onleiheSaar hat sich entschlossen, die Zeitungen abzubestellen, da die Divibib eine problemlose Nutzung nicht gewährleistet.“

Ob es stimmt, dass das DRM für den Adobe Reader tatsächlich nicht mehr weiterentwickelt wird, steht übrigens zumindest derzeit in den Sternen. Zu googeln ist dazu nichts. Und die Onleihe hat dazu auch in ihrem schon immer ziemlich unübersichtlichen und merkwürdig rau moderierten User-Forum keinen Beleg genannt.

Was wir hier sehen, war jedenfalls voraussehbar. Das DRM, das schon den Plattenlabels vor Jahren um die Ohren flog und das zunehmend auch bei den E-Books abgeschafft worden ist, ist endgültig am Ende, die Download-Lösungen werden durch Streaming mit Flatrates ersetzt. Dieser Trend war schon vor Jahren aus den USA bekannt, und es rächt sich nun, dass die öffentlichen Bibliotheken auf diesen Dino gesetzt haben. Hier wurde viel Geld verbraten, sehr viel Steuergeld, das auch an Adobe fließt, das schon viele Jahre lang seelenruhig bleibt und offenbar keinen ordentlichen Service mehr angeboten hat. Von rechtlichem Druck auf die großen Konzerne hat man jedenfalls nichts gehört. Offiziell wird der Schwarze Peter zwischen den Verlagen, die ein DRM fordern würden, Adobe und, soweit betroffen, auch Apple, hin und her geschoben. Leidtragende der verkorksten Lage sind die Benutzer/innen, die nun jedenfalls bei der digitalen Zeitungslektüre in die Röhre schauen.

Gut beraten war, wer auf Lösungen wie beispielsweise das Pressearchiv Genios oder auf den PressReader via Munzinger gesetzt hatte, die schlicht im Webbrowser laufen (es gibt noch andere). Was man sich natürlich erst einmal leisten können muss, denn das ist schon etwas teurer am Markt. Hier sind die Bibliotheken im Rhein-Main-Gebiet – mit Ausnahme von Darmstadt – übrigens leider vergleichsweise schlecht aufgestellt – schlechter als in vielen anderen Gegenden Deutschlands, wo der digitale Sektor sehr viel größer aufgebaut worden ist, so dass nun schnell Alternativen zur Onleihe verfügbar sind, auf die man jetzt, wo sie gebraucht werden, direkt verweisen kann. Im Forum waren immerhin schon Vergleiche zu BER gezogen worden…

Man kann, wie eingangs schon gesagt, mit gutem Gewissen davon ausgehen, dass die Adobe-DRM-Lösung endgültig kaputt ist und dass man insoweit auch zumindest teilweise kapituliert hat. Und der Ausblick auf ein eigenes Onleihe-DRM, das immer mal wieder erwähnt wurde, erscheint heute noch eher trüb, denn das grinst nicht gerade um die Ecke.

Frustrierte Benutzer werden sich abwenden und sich anderweitig orientieren. Vielleicht ist das den Verlagen auch ganz recht, die ja ihre Digitalangebote derzeit zunehmend in den Markt drücken wollen und dafür die freien Meldungen auf den Zeitungs-Websites auch eher vernachlässigen.

Wenn demnächst mal wieder von der sogenannten Digitalen Agenda die Rede ist, sollte man ruhig einmal auf das DRM-Debakel und das Right to E-Read zu sprechen kommen. Es wäre sicherlich ein guter Maßstab für die Frage, wie weit die Digitalisierung in der Informations- und Wissensgesellschaft überhaupt schon vorangekommen ist – oder eben nicht.

Eindrücke von der Frankfurter Buchmesse 2017 #fbm17

Von der Sicherheit war viel die Rede im Vorfeld dieser Buchmesse. Bis hin zu der Empfehlung, keine Rücksäcke und keine Rollkoffer mitzubringen, denn alles werde gefilzt werden am Eingang, was zu langen Schlangen an demselben führen könne. Die Aufforderung hat nicht viel Eindruck gemacht, offenbar, denn natürlich kommen alle, wie immer, mit ihrem Gepäck – wie denn auch sonst soll man das stundenlange Herumlaufen in den trotz Wegwerfteppich so unwirtlichen Hallen noch ertragen, wo ein halber Liter Leitungswasser im Wegwerfpack für drei Euro verkauft wird.

Überhaupt: Der Andrang an Besuchern. Mit dem ist es nicht so weit her wie gewünscht. Bei mittäglichen Gang von Halle 4 in Halle 3 waren wir doch recht einsam auf dem schnieken Laufband unterwegs. Es war so leer wie noch nie auf der Messe, und ich komme seit etwa zehn Jahren hierher.

Eine Branche im Abbau ist zu besichtigen. Der Umsatz konnte nur durch Preiserhöhungen aufgefangen werden; der Rückgang ist also bereinigt durchaus vorhanden, möchte man den Branchenjournalisten zuraunen. Eine Branche, die sich in die Eventisierung flüchtet, so war zu lesen, um ihren gesellschaftlichen Bedeutungsverlust zu kontern. Das gelingt, und die Bücher, die in den großen Verlagen produziert werden und dann durch die Verwertungskette Buchhandel, Bibliothek und Antiquariat durchgereicht werden, sind immer noch gern genutzte Aufhänger, an denen sich der Journalismus abarbeitet, um damit ganze Kulturteile zu füllen mit Kritiken und Autoreninterviews, das ganze Jahr über. Die Digitalisierung fand statt – und doch nicht, jedenfalls nicht so, wie es vorhergesagt worden war. Das E-Book ist bis heute eine Randerscheinung geblieben. Der allergrößte Teil des Marktes besteht weiterhin aus gedruckten Büchern, und so hat es auch eine gewisse Berechtigung, dass das Mainzer Gutenberg-Museum wieder seinen Namensgeber an der Druckerpresse auffährt, wo es immer noch zugeht wie vor fünfhundert Jahren.

Aber dem Buch an sich brechen die Leser weg, sagte die Ex-FAZ-Journalistin und Piper-Verlegerin Felicitas von Lovenberg gerade in einem Interview im Handelsblatt. Es ist also nicht nur eine Frage des Absatzes, der Einnahmen oder des Umsatzes oder wie man es sonst betriebswirtschaftlich bezeichnen möge, es ist ein tiefgreifender und kaum wieder umkehrbarer Medienwandel, der dazu geführt hat, dass Bücher weitaus weniger beachtet werden, während Fernsehserien aus dem amerikanischen Pay-TV auch schon mal in der U-Bahn besprochen und zitiert werden – wenn man die Ohren für sowas offen hält.

Andererseits die schwierige wirtschaftliche Lage vor allem der kleinen Verleger, die Christoph Links in den Frankfurter Heften zusammengefasst hat.

Der Medienwandel wird greifbar. Er ist hier zu besichtigen, Jahr für Jahr.

Es ist ein bisschen wie bei den Pressekonferenzen in den Museen, wo durch die Zusammenlegung der Redaktionen über die Jahre immer weniger Journalisten kamen, so dass sie schließlich auch die Blogger einluden – nicht weil sie verstanden hätte, was diese tun, aber weil die renommierten Häuser gerne eine ansehnliche Zahl an Schreibern um sich scharen, wenn sie sie rufen. Im Fall der Buchmesse sind es die Verlagsfusionen, die mittlerweile doch auffallen. Wo weiland doch immer wieder mittelständische inhabergeführte Verlagshäuser zwischen den großen Playern auftauchten, sehen wir heute sogenannte Gruppen, also beispielsweise die Westermann Gruppe, die eine Handvoll Schulbuchverlage als Marken verwaltet und deren Produkte feilbietet. Im naturwissenschaftlichen Bereich fällt die Übernahme des Schattauer Verlags durch den ebenfalls in Stuttgart ansässigen Thieme Verlag auf. Wieder einer weniger.

Und alles so englisch heute hier, auch wo man es gar nicht erwartet hätte. In der Wissenschafts- und Bibliotheks-Halle, okay, da mag es angehen. Aber auch in den anderen Hallen wurden die Aussteller bunt gemischt, und es kann schon mal vorkommen, dass man von der Seite in amerikanischem Englisch wie selbstverständlich gefragt wird, ob man sich für Kinderbücher interessiere?

Auch der Bildungsbereich, kaum wiederzuerkennen, so klein, so international. Schon vergangenes Jahr war viel Luft zwischen den Ständen, dieses Jahr ist es eher noch ein bißchen mehr geworden.

Der Brockhaus, der vor zwei Jahren rein online wiederauferstanden war und der im letzten Jahr den Eintritt ins Schulbuchgeschäft verkündet hatte, fehlt diesmal vollständig. Die Messe wird offenbar nicht benötigt, um die Zielgruppe zu erreichen. Und man verspricht sich davon anscheinend keinen zusätzlichen Nutzen mehr. Viele öffentliche Bibliotheken bieten den Zugriff auf die Enzyklopädie mittlerweile an. Das neu hinzugekommene Kinder- und Jugendlexikon und die Kurse für Schüler zum Selbstlernen werden dagegen noch selten hinzugekauft. Zu teuer für die meisten Bibliotheken, in unserer Gegend kam deshalb leider kein Konsortium zustande.

Dafür ist Wikipedia dieses Jahr vor Ort, in Halle 4.2 am Stand A58, ziemlich hinten am Rande platziert, aber gut zu finden dank großem Wikipedia-Ball, der auf diese Wand projiziert wird, wo sich die Hallengänge kreuzen. Deutsche und französische Wikipedianer haben sich hier versammelt, um, passend zum Gastland Frankreich, an Artikeln zur Deutschland und Frankreich zu basteln. Ein portables Fotostudio bietet Gelegenheit, Autoren und weitere Prominente zu fotografieren, um deren Artikel zu bebildern.

Wer fehlte noch? Größere Zeitungen, den Spiegel und den Freitag habe ich nicht bemerkt, aber vielleicht habe ich sie übersehen.

Dafür viel Politik. Der Rechtsruck in der Gesellschaft macht sich bemerkbar, und die Buchmesse reagiert darauf. Sie gibt der Neuen Rechten durchaus ein Forum, indem sie sie ausstellen läßt, aber sie platziert den Stand der Jungen Welt neben den der Jungen Freiheit, und der Antaios Verlag ist schräg gegenüber von der Amadeo Antonio Stiftung. Die Bürger wehren sich dagegen, dass die Rechte auf diese Weise ein Forum für ihre Positionen und für ihre Texte bekommt. Buchmesse gegen Rechts sammelt Unterschriften für eine weltoffene Buchmesse und gegen eine Bühne für rechte Propaganda, und am Orbanism Space lagen Lesezeichen für Respekt und für Gutmenschen aus mit dem Hashtag #verlagegegenrechts. Can Dündar war anwesend unter Applaus, als heute mittag der Raif-Badawi-Preis der Friedrich–Naumann-Stiftung Ahmet Şık verliehen wurde, einer der vielen Journalisten, die derzeit in der Türkei in Haft sind. Dazu passend auch das neue Buch von Naomi Klein, die bezogen auf die Entwicklungen in den USA, zu Maßnahmen gegen die Politik Donald Trumps aufruft. Dagegen kaum Politiker auf der Messe.

Zum Abschluss aber noch einmal ein Blick auf die Diskussion über das digitale Lesen. Auch sie auf Englisch, natürlich. How does reading work? A debate on the impact of digital on reading hieß das Panel, das am Nachmittag in Halle 3.1 an Stand B33 im Kulturstadion im Bildungsbereich stattfand. Zwei Wissenschaftler – Anezka Kuzmicova von der Universität Stockholm und Adriaan van der Weel von der Universität Leiden –, Jens Nymand Christensen, ein Mitarbeiter der EU-Kommission, und der Moderator Ruediger Wischenbart unterhielten sich über Probleme, Desiderate und Forschungsergebnisse zum Thema Lesekompetenz und ganz besonders zum Einsatz von gedruckten Schulbüchern im Vergleich zu digitalen Lehrbüchern. Die Ergebnisse, um die es dabei ging, waren vor kurzem auf einer Tagung in Vilnius vorgestellt worden; am Montag dieser Woche hatte die FAZ darüber berichtet – der Beitrag ist hier zu lesen, und auch in El Pais wurde darüber berichtet.

Dabei war die Kehrseite des oben angesprochenen Wegbrechens der Leserschaft zu bemerken: Die Lesefähigkeit nimmt in der EU spürbar ab, und das dürfte nach Ansicht des Podiums zumindest auch mit dem Wandel von Print zu Online zu tun haben. Betroffen sind vor allem die schlechter gestellten Schichten, Lesen zu können ist also in allererster Linie eine soziale Frage, aber nicht nur. Und Lesen können heißt Denken können. Erst das vertiefte Lesen helfe, grundlegende Kompetenzen zu entwickeln, die für das Verstehen von Narrativen und weiteren komplexen Zusammenhängen unabdingbar seien. Ein Nebeneffekt sei, dass man beim deep reading die Konzentrationsfähigkeit entwickle und erhalte. Man war sich aber einig, dass man bei der Frage, wie sich Print- und Onlinemedien auf das Lernen auswirkten, allemal Neuland betrete, was vor allem den Lehrern zu schaffen mache, weniger den Schülern.

Man empfahl vor allem, für das grundlegende Lernen gedrucktes Material zu verwenden und erst zum weiteren Arbeiten digitale Medien und Geräte einzusetzen, und zwar aus zwei Gründen: Zum einen verhinderten audiovisuelle Inhalte, dass sich die Vorstellungskraft herausbilden könne. Zum anderen seien Bildschirme sehr stark mit Unterhaltung und Zerstreuung und weniger mit Konzentration konnotiert, so dass auch bei nüchterner Aufbereitung des Materials bestimmte Erwartungen angestoßen würden, die die Wahrnehmung negativ beeinflussen könnten. Man war sich auch darüber einig, dass es sinnvoll sei, dass Schüler lernten, von Hand zu schreiben – die Diskussion darüber, ob Blockschrift oder gar Maschinenschrift vorzugswürdig wäre oder ob gar Diktiersysteme ausreichten, wurde gestreift, aber im Ergebnis abgelehnt. Pragmatisch sei es sinnvoll, bis auf weiteres den Gebrauch von Tablets durch Kinder und Schüler zu beschränken. Uneinigkeit bestand in Bezug auf die Gamification des Lernens; während einerseits im Spiel ein sehr niedrigschwelliger Zugang zu allen denkbaren Inhalten liege, wurde dem entgegengehalten, dass sie einer vertieften Beschäftigung mit Themen gerade entgegenständen.

Soweit zur Digitalisierung der Schule. Auf die abschließende Frage aus dem Publikum, wie ältere, die mit Printmaterial aufgewachsen waren, den negativen Auswirkungen des digitalen Lesens entgegenwirken könnten, war sich Adriaan van der Weel sehr sicher. Schon Nicholas Carr hatte in seinem Buch und in dem gleichnamigen Aufsatz im Atlantic Is Google making us stupid? vor etwa zehn Jahren am Ende sich wieder dem Strom der Texte und des übrigen digitalen Contents hingegeben, mit den bekannten Folgen des Verlusts der Aufmerksamkeit und der Konzentrationsfähigkeit. Dagegen helfe nur eines: Read books!

Literatur: N.N. 2017. Zwischen Diskursmedium und Kundenschwund. buchreport. 10. Oktober. https://www.buchreport.de/2017/10/10/verlorene-selbstverstaendlichkeit/ (zugegriffen: 11. Oktober 2017). – Müller, Anja Tuma und Felicitas von Lovenberg. 2017. Das Buch ist schöner als ein paar Bits. Handelsblatt, 9. Oktober, Abschn. Unternehmen & Märkte. – Links, Christoph. 2017. Gegenwind für die Buchbranche Problematische Gesetzesentscheidungen und globale Herausforderungen. Neue Gesellschaft Frankfurter Hefte. 1. September. http://www.frankfurter-hefte.de/Archiv/2017/Heft_09/Artikel_Links.html (zugegriffen: 11. Oktober 2017). – Jacobs, Michael. 2017. Messe-Flucht: Für viele Mainzer Verlage rechnet sich die Frankfurter Buchmesse nicht mehr. Allgemeine Zeitung. 7. Oktober. http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/nachrichten-mainz/messe-flucht-fuer-viele-mainzer-verlage-rechnet-sich-die-frankfurter-buchmesse-nicht-mehr_18231327.htm (zugegriffen: 7. Oktober 2017). – Dupré, Johanna. 2017. Lesestoff aus der Apotheke: Digitalisierung verändert die Buchbranche grundlegend. Allgemeine Zeitung. 7. Oktober. http://www.allgemeine-zeitung.de/freizeit/kunst-und-kultur/literatur/lesestoff-aus-der-apotheke-digitalisierung-veraendert-die-buchbranche-grundlegend_18232134.htm (zugegriffen: 7. Oktober 2017). – N.N. 2015. Als Wissensservice im Netz: Der Brockhaus kehrt zurück. Börsenblatt. 15. Oktober. https://www.boersenblatt.net/artikel-als_wissensservice_im_netz.1036904.html (zugegriffen: 10. Oktober 2017). – Roesler-Graichen, Michael. 2016. Interview mit Hubert Kjellberg, Brockhaus NE: „Das Ergebnis unserer Arbeit ist kein Buch mehr“. Börsenblatt. 12. August. https://www.boersenblatt.net/artikel-interview_mit_hubert_kjellberg__brockhaus_ne.1261431.html (zugegriffen: 10. Oktober 2017). – N.N. 2017. Wikipedia:Frankfurter Buchmesse 2017. Wikipedia. 7. Oktober. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Frankfurter_Buchmesse_2017&oldid=169777215 (zugegriffen: 11. Oktober 2017). – Klein, Naomi. 2017. Gegen Trump: wie es dazu kam und was wir jetzt tun müssen. Übers. von Gabriele Gockel. Frankfurt am Main: S. Fischer. – Küchemann, Fridtjof. 2017. Ist das nun mutig oder dumm? Buch oder Tablet: Wie wir einen Text verstehen, hängt auch vom Medium ab. Was bedeutet das für das künftige Lesen und Lernen? Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Oktober, Abschn. Feuilleton. – Carbajosa, Ana. 2015. ¿Recuerdas cuando leíamos de corrido? EL PAÍS. 24. Mai. https://politica.elpais.com/politica/2015/05/06/actualidad/1430927826_380794.html (zugegriffen: 11. Oktober 2017). – N.N. 2017. E-READ COST. 11. Oktober. http://ereadcost.eu/ (zugegriffen: 11. Oktober 2017). – Carr, Nicholas. 2008. Is Google Making Us Stupid? What the Internet is doing to our brains. The Atlantic, August. https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2008/07/is-google-making-us-stupid/306868/ (zugegriffen: 13. April 2017).

„Kartografie der Träume. Die Kunst des Marc-Antoine Mathieu“ im Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main

Ein Mann im langen Mantel, den Kopf nach vorn gebeugt, das Gesicht unter dem breitkrempigen Hut verborgen, in einer Welt aus Pfeilen, die ihn mehr ins Nirgendwo schicken als irgendwo hin. Der riesige Pfeil als Schatten desjenigen. Der Wegweiser mit den vielen Pfeilen, die in in alle möglichen Richtungen weisen. Einer fällt gar ab. Er entscheidet sich für die Richtung des letzteren und geht weiter.

Ein kleiner Mann mit Hut und Mantel im Strudel. Vor einer tiefen Spalte. Im Sand. Treppen, die in in eine Wand hinein führen, wo es nicht weitergeht, außer auf dem Bild, das man dort sieht. Comic-Hefte, die plötzlich riesig und aufgeschlagen wie eine Skulptur im Raum vor einem stehen, kafkaeske Welten erzählend. Alles schwarz und weiß und in Graustufen gezeichnet.

Die Welt von Marc-Antoine Mathieu ist stumm, aber sehr bewegt. Sie dekonstruiert das Zuverlässige und hinterlässt einen Irrgarten aus tausend Eindrücken, in denen die Zeit sich dehnt und der Blick auch einmal mit Leichtigkeit um die Ecke geht.

Ein Labyrinth, das die Welt ist. Nur darauf ist Verlass. Und so ist auch diese Ausstellung, durch die man im Kreis geht, treppauf, treppab wie der namenlose Held mit Hut und Mantel. Alles besteht aus Pfeilen, alles wird zum Pfeil, alles löst sich auch auf in Pfeilen, die in einer Animation wie in einer riesigen Wolke herum wirbeln, als wären es Vögel, die im Schwarm fliegen. Am Ende steht man vor einem großen weißen Pfeil, der den Weg zum Ausgang weist. Wirklich?

Kartografie der Träume. Die Kunst des Marc-Antoine Mathieu. Museum Angewandte Kunst. Frankfurt am Main. – Mathieu wird zur Finissage am 15. Oktober 2017 um 11 Uhr zu einer Führung gemeinsam mit dem Kurator David Beikirch erscheinen. Am selben Tag sprechen beide im französischen Pavillon auf der Frankfurter Buchmesse um 16.30 Uhr über Mathieus Arbeit und die Ausstellung.

Ein Blick in die kleinen Wikis

Nachdem das Rezepte-Wiki schon Ende 2014 in das Koch-Wiki umgezogen war, hat sich das Projekt stabilisiert. Die Inhalte werden weiter gepflegt, und vor allem wird auch die Technik modernisiert.

Aus Wikipedia übernommen wurden die Benachrichtigungs- und Ping-Funktionen auf der Plattform (die man, wie dort, am besten in den Account-Einstellungen stummschaltet, um davon in Ruhe gelassen zu werden), aber man setzt sich auch ab von der großen Schwester, beispielsweise durch einen eigenen Skin: Seit einer Woche läuft das Koch-Wiki standardmäßig unter Chameleon, responsiv und einheitlich auf allen Clients nutzbar. Alle Konten wurden umgestellt und erhalten erst einmal dasselbe Layout wie alle Leser; wenn man angemeldet ist, kann man aber in den Einstellungen zum gewohnten Skin zurückwechseln. Außerdem gibt es die neue Kühlschranksuche, in der man sich interaktiv Kochrezepte aus dem Wiki zu den jeweils im Kühlschrank verfügbaren Zutaten anzeigen lassen kann.

Ein anderes immer noch recht interessantes Wiki ist sicherlich die indiepedia.de, die sich bekanntlich der Independent-Musikszene gewidmet hat. Auch hier leider eine ganz ähnliche Beobachtung wie bei Wikipedia: Ältere Inhalte werden nicht mehr aktualisiert, Benutzer stellen ihre Arbeit ein, andere greifen deren Werk nicht auf, dadurch kommt es zur Veralterung des Bestands. Auch auf indiepedia.de gibts also etwas zu tun…

Ein Beispiel ist die Kölner Künstlerin Julia Kotowski, die unter dem Namen Entertainment for the Braindead vor etwa zehn Jahren bekannt geworden war. Ihre Lieder von damals, die sie alle vollständig selbst eingespielt und produziert hatte, habe ich immer noch dabei, und ich höre sie regelmäßig.

Während es eine Zeitlang etwas stiller um sie geworden war, hat sie jetzt für den November eine neue EP angekündigt, die über Bandcamp vertrieben wird. Es gibt zwei Stücke als Preview.

Ihr Eintrag auf indiepedia.de ist aber immer noch auf dem Stand von 2010 stehengeblieben. Dort gibt es auch ihr altes Netlabel Aaahh Records noch, das schon lange nicht mehr existiert – mittlerweile organisiert man dort Konzerte. Die alte Backlist stand vollständig unter Creative-Commons-Lizenz und kann deshalb aus dem Internet Archive heruntergeladen werden. Sozusagen das moderne Antiquariat des Netzes.