Archiv der Kategorie: Freie Software

Pearson verlegt (fast) keine IT-Fachbücher mehr

Wie Heise online heute meldet, streicht Pearson den größten Teil der IT-Fachliteratur aus seinem Programm. Betroffen sind die Marken Addison-Wesley und Markt & Technik, in denen auch grundlegende TeX-Literatur erscheint. Die Buchreihe Pearson Studium, in der der LaTeX-Begleiter verfügbar ist, wird zwar fortgeführt, heißt es in der Meldung, man wolle sich aber „auf Lehrbücher für Schule, Ausbildung und Studium konzentrieren“.

Es kann gut sein, daß Schriftenreihen wie die Edition DANTE bald die letzten Titel sein werden, die überhaupt noch verlegt werden. Der Handel zieht sich derzeit ebenfalls zurück: Hugendubel Frankfurt hatte letzte Woche kein einziges LaTeX-Buch mehr vorrätig. Und auch der Verweis auf freie Projekte wie die englische LaTeX-Einführung auf Wikibooks (hier in einer mit LaTeX gesetzten Ausgabe), auf die in einer Diskussion verwiesen worden ist, sind zwar lobenswerte Projekte, sie ersetzen aber letztlich keine guten Bücher, weil Wikimedia-Projekte selbst zur Qualitätssicherung auf Literatur angewiesen sind.

Immerhin dürfte es sich empfehlen, die Qualität freier Anleitungen weiter zu verbessern und die Anstrengungen, die in die Dokumentation fließen, zu erhöhen, um das Wissen über die Arbeit mit TeX zugänglich und aktuell zu erhalten. Das gilt vor allem für Anleitungen in deutscher Sprache, die für Anfänger wichtig sind.

Zuerst in TeX & Friends, 21. Februar 2013.

Schlechte Erfahrungen mit Mac OS X Snow Leopard und HP LaserJet 1022 [2. Update]

Ein Zwischenruf für Apple-Fanboys: An der miserablen Hardwareunterstützung für den HP LaserJet 1022 hat sich auch durch das letzte Treiberupdate, das Apple zum Weihnachtsgeschäft bereitgestellt hat, nichts geändert. Der Drucker ist unter Mac OS X 10.6.8 weiterhin nur über Gutenprint zu betreiben, und auch hier kommt es immer wieder zu Fehldrucken.

Literaturverwaltungsprogramme im Vergleich

Dorothea Lemke von der TU München weist auf der InetBib-Liste auf die neue Version der Übersicht „Literaturverwaltungsprogramme im Vergleich“ hin: „Das Dokument bietet einen Überblick über die verschiedenen Funktionen, die Bedienung und Lizenz-/ Preismodelle von Literaturverwaltungsprogrammen. Folgende Anwendungen werden betrachtet: Citavi, EndNote, EndNote Web, RefWorks, Zotero, Mendeley und JabRef.“ Die Datei steht unter CC-by-nc-sa 3.0. Angeführt wird auch die BibTeX-Unterstützung der Anwendungen. Leider handelt es sich dabei nicht um einen qualitativen Test, es wird nur zusammengefaßt, welche Formate von welchen Anwendungen unterstützt werden, jedoch nicht, mit welcher Güte.

COinS-Integration im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

In de.comp.text.tex liest man, daß die COinS-Integration nun auch im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek angekommen ist. Darauf haben wir schon seit mindestens vier Jahren gewartet, der GBV unterstützt Zotero schon seit 2007 (sic!). In diesem Sinne: Ein herzliches „Willkommen in der Gegenwart“ nach Frankfurt am Main!

Zotero extrahiert bibliographische Daten beim Surfen aus den Katalogdaten, die der Server übermittelt, und speichert sie in einem eigenen XML-Format, aus dem sie wiederum in eine Vielzahl von Zitationsformaten exportiert werden können. Uns interessiert natürlich vor allem der Export nach BibTeX und in die Literaturvorlage von Wikipedia. Ursprünglich ein Add-on für den Firefox, gibt es mittlerweile auch eine Standalone-Version für Nutzer von Safari und Google Chrome, bei der die Daten mit einem zusätzlichen Connector an Zotero durchgereicht werden, der gleichzeitig laufen muß. Von Zotero ist gerade die Version 3.0 veröffentlicht worden.

Im dortigen Katalog warten übrigens Daten auf die Nutzung, die gerade unter CC-zero gestellt worden sind.

Neues von BibSonomy

Die Literaturverwaltungsplattform BibSonomy benutze ich nun bereits seit einem Jahr[1] fast täglich, um meine Fundstücke aus dem Web – URLs und Literatur – zu sammeln und weiterzugeben. Alle Inhalte können von TeX-Anwendern leicht weitergenutzt werden, denn BibSonomy kann sehr gut mit BibTeX umgehen. Zum Import von Daten aus Bibliothekskatalogen verwende ich weiterhin[2] Hebis, ansonsten die Bookmarklets, die zuverlässig in Firefox, Google Chrome und Safari funktionieren. Damit kann man auch URLs beim Surfen an das Portal schicken.

Daneben gibt es nun zwei weitere Möglichkeiten zum vereinfachten Datenimport. Seit November 2011 kann man Veröffentlichungen auch über deren ISBN, ISSN oder DOI eintragen. Die restlichen Datenfelder werden von BibSonomy automatisch ausgefüllt. Außerdem bietet BibSonomy den Datenimport über sogenannte Scraper aus einer Reihe von wissenschaftlichen Datenbanken an, aber auch aus allgemeinen Katalogen wie Amazon.com, LibraryThing und Google Books.

Die COinS-Integration von Wikipedia wird von BibSonomy leider nicht unterstützt; wer sie nutzen möchte, muß Zotero verwenden, eine Lösung, für deren Gebrauch man mittlerweile nicht mehr auf einen Firefox-Browser angewiesen ist. Standalone Zotero ist zwar noch in der Betaphase, funktioniert aber mit dem Zotero Connector auch mit Google Chrome und Apple Safari schon recht gut auf dem Mac.

Zurück zu BibSonomy: Nach sieben Jahren steht dem Portal ein Facelift bevor. Die ersten Entwürfe zum neuen Webdesign wurden gerade im Blog vorgestellt. Um Meinungen der Benutzer wird gebeten.

Zuerst in TeX & Friends, 2. Januar 2012.