Archiv der Kategorie: Notiz

Halbmonatliche Bibliographie von Zeitschriftenaufsätzen

Mehr Bekanntheit verdient ein Service der Bibliothek der Deutschen Bundesbank. Alle 14 Tage veröffentlicht man dort eine Bibliographie von Zeitschriftenaufsätzen, in der man einen Überblick vorwiegend über das wirtschaftswissenschaftliche Schrifttum zu volks- und finanzwirtschaftlichen Themen bekommt. Ausgewertet werden aber auch rechtswissenschaftliche und sozialpolitische Zeitschriften. Jede Ausgabe schließt mit dem Punkt „8.3 Digitalisierung“. Die Halbmonatliche Bibliographie gibt es seit 1972, die Online-Ausgabe seit 2005. Am 15. März 2019 erschien die Ausgebe Nr. 1100. Auf der Website der Bundesbank sind derzeit alle Ausgaben zurück bis Anfang 2016 frei abrufbar. Ältere Hefte werden in Bibliotheken gesammelt.

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„Moderne am Main 1919–1933“ im Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main

In der Ausstellung „Moderne am Main 1919–1933“, die vergangene Woche im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main zum Baushausjahr eröffnet worden ist, ist auch viel Neue Typografie und Vorarbeiten bzw. künstlerisches Umfeld zu sehen – wer also Gelegenheit hat, nach Frankfurt zu kommen, möge sich die Schau nicht entgehen lassen. Der kleinformatige, aber dicke Katalog ist auch schön gemacht und mit informativen Texten versehen. Leider muss man viel Wissen mitbringen, um die Zusammenhänge zwischen den Ausstellungsstücken und dem Hintergrund herzustellen, in der Ausstellung gibt es nur kurze Wandtexte, und der Katalog liegt leider auch nicht aus – ich habe das beim Gehen angeprangert, und das Museum verspricht Besserung. Wir haben etwas gewikipediat, um unsere Lücken zu füllen, und das ging gut.

Moderne am Main 1919–1933. Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main. Kuratiert von Grit Weber, Annika Sellmann, Klaus Klemp und Matthias Wagner K. Bis 14. April 2019. Katalog: 29 Euro.

Yahoo Messenger, 1998–2018

Nach 20 Jahren schließt Yahoo seinen Instant-Messaging-Dienst.

In der Diskussion dazu beschreibt ein Teilnehmer am Heise Forum die Entwicklung:

Als Urgestein würde ich IRC bezeichnen und das lebt immer noch, auch wenn es nicht mehr sehr verbreitet ist.

Sterben tun nicht die Standards, sondern proprietäre Dienst unter Kontrolle einer einzelnen Firma werden abgeschaltet, wenn sie keine Gewinne mehr einfahren. Ein offener Standard ohne zentrale Verwaltung kann nicht abgeschaltet werden. Es können höchstens die Nutzer ausbleiben.

Er empfiehlt Matrix zum Chatten; kann aber noch mehr.

Einführung in die Digitalpolitik

Über Netzpolitik wird viel gebloggt, es gibt aber kaum systematische Einführungen zum Einstieg in das Thema. Wikimedia Deutschland und irights.info haben zur gerade zuende gegangenen re:publica eine Broschüre aufgelegt, die mit einem Umfang von 100 Seiten einen ersten Überblick über das Thema verschafft. Das Heft steht unter CC-by 3.0 und kann als PDF von Wikimedia Commons heruntergeladen oder bei Wikimedia Deutschland in gedruckter Form bestellt werden.

  • Jaume-Palasí, Lorena, Julia Pohle und Matthias Spielkamp, Hrsg. 2017. Digitalpolitik. Eine Einführung. Berlin: Wikimedia Deutschland e.V. und iRights.international, mit Unterstützung von ICANN. Wikimedia Commons (zugegriffen: 25. Mai 2017).

Das Internet Archive respektiert die robots.txt nicht mehr

Mehr durch Zufall bemerke ich, daß die Wayback Machine des Internet Archive die .htaccess die robots.txt-Datei nicht mehr befolgt. Anscheinend handelt es sich dabei immer noch um ein probates Mittel, um Suchmaschinen von bestimmten Seiten einer Website fernzuhalten. Sie weisen die darin markierten Seiten bei Suchanfragen in der Regel weiterhin nicht nach. Aber dann findet man sie am Ende doch im Internet Archive wieder, zwar immer noch nicht recherchierbar, aber doch akkurat archiviert für alle Zukunft.

Das war schon mal anders. Kurios dabei: Auch früher nicht im Archiv auffindbare Seiten werden mittlerweile anstandslos nachgewiesen. Wayback, eben. Das Netz verliert nichts.

Die Arbeitsweise solcher Archive wird also mitunter auch nach Jahren und nachträglich noch geändert. Nachdem die meisten Diensteanbieter schon von der Wayback Machine nichts wissen, werden sie erst recht nicht auf die Idee kommen, daß ihre schon lange offline genommenen Daten doch noch irgendwo abrufbar sind, und zwar auch diejenigen, die bisher von der automatischen Archivierung ausgeschlossen waren. Hat der Crawler zugegriffen, ist im Zweifel immer von einem Vollarchiv auszugehen. Und der Graben zwischen Amerika und Europa, was den Respekt vor der Privatsphäre und den Datenschutz angeht, wird immer tiefer, je näher sie sich sind.