Archiv der Kategorie: Philosophie

Sloterdijk

Der Blogger Vontobel hat Peter Sloterdijk darüber aufgeklärt, wie sich das Steueraufkommen in Deutschland zusammensetzt und welche Schlußfolgerungen sich daraus tatsächlich ergeben. In Anspielung auf sein jüngstes Buch kommt er zu dem Ergebnis, Sloterdijk müsse als ökonomischer Laie noch „üben“. Den derzeitigen Feuilleton-Streit um Sloterdijks Ansichten zum Sozialstaat hatte ich schon erwähnt. Mein Beitrag in der Diskussion in der Freitag Community am 23. Oktober 2009:

Du hast dem Herrn Professor ja ein regelrechtes Tutorium in Finanzwirtschaft aufgeschrieben. Ich glaube aber nicht, daß er in diesem Sinne üben wird, denn sein ungeübtes Danebenliegen ist ja gerade Voraussetzung für den Absatz seiner Produkte. Die Desinformation, die er transportiert, wird gerne abgenommen, und ich glaube übrigens auch nicht, daß er das alles nicht verstanden haben sollte. Er weiß genau, was er tut. Auch wenn er in „Zorn und Zeit“ die Psychoanalyse auf fünf Seiten als Schwachsinn denunziert. Das alles in ironisierender Weise leicht vor sich hin geplappert, die Gesprächsteilnehmer in den dick gepolsterten Sofas in der Autostadt grinsen sinnend vor sich hin, man sieht sie gleichsam vor sich.

Sloterdijks Texte wirken gedruckt wesentlich schärfer als von ihm selbst gesprochen. Hört man ihm zu, mag man die eine oder die andere Formulierung vielleicht noch als anregend empfinden, fabulierend, provokativ. In der gedruckten Form erkennt man problemlos das geistige Brandstiftertum.

Werbeanzeigen